Die Robert-Capa-Route von Aitona
Der kleine Ort Aitona in der Gemeinde Segrià (Prov. Lleida) ist um eine Attraktion reicher. Auf der neu angelegten Robert-Capa-Route lässt sich der Landschaft und dem historischen Vermächtnis des Dorfes auf den Spuren des berühmten europäischen Fotojournalisten während des Spanischen Bürgerkriegs nachspüren.

Zu der Robert-Capa-Route gehören elf geschichtsträchtige Orte, die mit dem Besuch des Fotojournalisten in Aitona (Segrià) zwischen dem 7. und 22. November 1938 verbunden sind und die die Geschehnisse um den spanischen Bürgerkrieg dokumentieren. Der Rundgang ist für die Dauer von einer Stunde angelegt und kann ohne Führer zurückgelegt werden. Für diejenigen, die ein tiefer gehendes Interesse sowohl am landschaftlichen Kontext als auch an der Figur Robert Capa als einem der berühmtesten Kriegsberichterstatter des 20. Jahrhunderts haben, kann alternativ eine geführte Tour mit örtlichen Guides arrangiert werden.
Mit der neuen Route sollen die Besucher Gelegenheit erhalten, sich die Landschaft und des historische Erbe der Gemeinde Aitona auf den Spuren der Fotojournalisten Friedmann Endre Ernő und Gerda Taro zu erschließen. Sie erlangten unter dem gemeinsamen Pseudonym Robert Capa zu Weltruhm und dokumentierten zwischen dem 7. und 22. November 1938 die letzte Offensive der republikanischen Armee während des spanischen Bürgerkriegs fotografisch.

Ein weiterer Schwerpunkt der Route stellt die weniger bekannte Schlacht am Segre dar, aber auch das landschaftliche, historische und kulturelle Erbe der Region Baix Segre wird beleuchtet.
Robert Capa selbst traf am Morgen des 7. November 1938 in Aitona ein, um die republikanische Offensive zu fotografieren, die am Abend zuvor um 22.30 Uhr begonnen hatte und den Rückzug der republikanischen Armee aus der Schlacht am Ebro erleichtern sollte. Bei dichtem Nebel überquerten die republikanischen Truppen den Segre über Aitona und Torres de Segre, wodurch die Armee Francos völlig überrascht wurde und sich auf die Straße N-II und in Richtung Fraga zurückziehen musste. Es entstand ein Brückenkopf von 13 km Länge und 4,5 km Tiefe, der die Dörfer Soses, Aitona und Seròs einschloss.
Doch am 8. Mai stoppten die Rebellen den Vormarsch der Republikaner und begannen die Gegenoffensive. Capa fotografierte unter anderem die Fußgängerbrücke über den Fluss mit der Kapelle Sant Joan de Carratalà im Hintergrund, die vorrückenden Truppen, die sich mit den Verwundeten zurückziehenden Bahrenträger und in Aitona die Fassade des landwirtschaftlichen Gewerkschaftsgebäude mit Pro-Franko-Graffiti.
Dem Historiker Pol Galitó gelang es schließlich, die verschiedenen Szenen, die auf vielen der Fotos zu sehen sind, zu lokalisieren. Jedoch sind viele von ihnen sehr detaillierte Aufnahmen, die nur schwer einzuordnen sind. Insgesamt hat Capa etwa 200 Fotos aufgenommen, von denen etwa sechzig einwandfrei identifiziert werden konnten. Dreißig davon wurden auf den verschiedenen Hinweisschildern und Informationstafeln angebracht.
Weitere Informationen:
Stadtverwaltung von Aitona
Tel. 973 79 40 10
Web: www.aitona.cat

