CURRO GONZÁLEZ-Retratos

Neues aus Spanien

Museo Reina Sofía

Dezember-Januar 2021

Die neue Sammlung des Museo Reina Sofía öffnet ihre Türen

Die neue Sammlung des Museo Reina Sofía öffnet ihre Türen. Im Laufe der noch relativ kurzen, einundreissigjährigen Museumsgeschichte  wurden mehrere Teilumstellungen vorgenommen; einige waren nur auf bestimmte Räume beschränkt, während andere neue Blickwinkel auf Künstler oder Epochen boten. Doch jetzt können die Besucher einen neuen und umfassenden Ansatz genießen, der die gesamte Sammlung des Museums und somit die Kunst vom Ende des 19. Jahrhunderts bis in die jüngste Zeit mit einschließt.

Die neue Aufteilung ist das Ergebnis jahrelanger Forschung, an der fast alle Abteilungen des Museums beteiligt waren. Die Sammlung, die rund 2.000 Kunstwerke umfasst, verteilt sich auf verschiedene Räumen der über 15.000 m² grossen Gesamtfläche. Etwa 70 % der Werke waren noch nie zuvor im Museum zusehen. Viele von ihnen wurden erst in den letzten 8 Jahren durch Schenkungen, Ankäufe und Deposita in die Sammlung aufgenommen.

Madrid
Turespaña

Durch ihre Integration in die Sammlung konnten neue Themen wie die Aktualität der Emigration, der Kolonialismus, die Ökologie, die 15-M-Bewegung und die Geschlechteridentität aufgegriffen werden. Die Darstellung von Frauen wurde erheblich ausgeweitet, die Rolle von Fotografie und Film wurde durch die Aufnahme von Hunderten von Videos und Fotos aufgewertet, und die Architektur hat nun auch einen Platz im Diskurs des Museums gefunden. Die Kunstwerke sind nicht mehr chronologisch geordnet, sondern thematisch gruppiert und werden durch eine umfangreiche bibliografische und archivarische Dokumentation ergänzt.

Salas Sabatini
Museo Reina Sofía

Im zweiten Stock des Sabatini-Gebäudes werden in einer ersten Abteilung die historischen Momente - zwischen dem Ende des 19. und dem ersten Viertel des 20. Jahrhunderts - beleuchtet, aus denen die künstlerischen Avantgardebewegungen hervorgingen. Die vierte Etage bietet einen Einblick in den komplexen Kontext, in dem sowohl die in Spanien verbliebenen Künstler als auch diejenigen, die infolge des Spanischen Bürgerkriegs ins Exil gingen, lebten. Ausserdem sind die Beiträge, die sie zwischen 1939 und den 1950er Jahren zur kulturellen und künstlerischen Landschaft in Spanien und im Ausland leisteten, zu sehen.

Diese Etage bietet auch eine neue Interpretation des Kontextes von Kunst und Kultur in einer Zeit, in der die Vereinigten Staaten nach dem Zweiten Weltkrieg ihre Position als führende Weltmacht festigten und versuchten, ihre kulturelle Dominanz über ihre Grenzen hinaus zu verbreiten - mit unterschiedlichen Ergebnissen.

Eine weitere Abteilung, die sich im ersten Stock des Nouvel-Gebäudes befindet, zeigt die zwischen 1964 und 1987 in Lateinamerika entstandene Kunst und ihre Beziehungen zu Spanien. Sie dokumentiert die neuen und einflussreichen künstlerischen Praktiken, die sich in dieser Zeit entwickelten.

Nouvels Gebäude im Erdgeschoss beschäftigt sich mit einem entscheidenden Moment in den 1980er Jahren, der durch die documenta-Ausstellung in Kassel im Jahr 1982 geprägt war, als viele Schlüsselfiguren für das Verständnis der zeitgenössischen Kunst auftauchten. Das Erdgeschoss und das erste Obergeschoss des Sabatini-Gebäudes befassen sich mit der Kunst der 1990er Jahre bis heute, wobei der Schwerpunkt auf kollaborativen Praktiken und der Rückgewinnung von öffentlichen Räumen und Denkmälern jenseits ihres Zustands als bloße Überbleibsel der Vergangenheit liegt. Die Ökologie ist ein weiteres Thema, das hier präsentiert wird, ebenso wie Elemente, die im Zusammenhang mit den sozialen Kämpfen stehen, die zur Verteidigung der öffentlichen Dienstleistungen, des Rechts auf Wohnraum und des Widerstands gegen die Sparmaßnahmen stattfanden.

Die neue Sammlung umfasst Kunstwerke von Künstlern wie Francis Bacon, Rosa Barba, Louise Bourgeois, Georges Braque, Marcel Broodthaers, Miriam Cahn, Alexander Calder, Lygia Clark, Salvador Dalí, Sonia Delaunay, Dora García, Leon Golub, Luis Gordillo, Maruja Mallo, Marta Minujín, Joan Miró, Antoni Muntadas, Juan Muñoz, Helio Oiticica, Pablo Picasso, Ángeles Santos, Cindy Sherman, Lorna Simpson, Hito Steyerl, Dorothea Tanning, Antoni Tàpies und Remedios Varo, neben vielen anderen.

Pressemitteilung zur Meldung

ROLANDO CASTELLÓN-Rito pagano
Museo Reina Sofía