Ausstellung

Neues aus Spanien

Museo Reina Sofía

April 2022

Von Posada bis Isotype, von Kollwitz bis Catlett – Grafiken im Reina Sofía Museum

Die Ausstellung „Von Posada bis Isotype, von Kollwitz bis Catlett“ befasst sich mit der Entwicklung von Grafik und ihrer Rolle als Instrument für soziale Gerechtigkeit in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts in Deutschland und Mexiko. 

Dieses künstlerische Medium, das in der traditionellen Geschichtsschreibung keinen großen Stellenwert genießt und im Gegensatz zu seinem angeblich veralteten und antitechnologischen Zustand einst als mächtiges politisches Instrument für zahlreiche internationale Kunstbewegungen diente, wird in dieser Ausstellung vorgestellt. Wie die Kuratoren Benjamin H.D. Buchloh und Michelle Harewood betonen, war einer der Schlüssel dazu, dass "das grafische Bild in verschiedenen Kontexten zu einer universellen Sprache wurde".

Madrid
Turespaña

Die Ausstellung umfasst mehr als 450 Werke, die in verschiedenen Techniken (u. a. Holzschnitt, Holzstich, Linolschnitt und Lithografie) entstanden sind. Viele von ihnen stammen aus bedeutenden Privatsammlungen und Institutionen wie dem Metropolitan Museum of Art und dem MoMA in New York, dem Art Institute of Chicago, der Library of Congress in Washington, dem Centre Pompidou in Paris oder dem Kunstmuseum Den Haag.

Die vom Museo Reina Sofía organisierte Ausstellung erstreckt sich über neun Räume, die in vier große Abschnitte unterteilt sind. Sie beginnt mit zwei großen Persönlichkeiten der Gravur des späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts, die zu unumgänglichen Bezugspunkten für die spätere Entwicklung der grafischen Kunst wurden: José Guadalupe Posada aus Mexiko und Käthe Kollwitz aus Deutschland.

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Museo Reina Sofía

Der zweite Abschnitt ist dem deutschen Expressionismus und insbesondere dem grafischen Schaffen von Künstlern wie Max Beckmann, Otto Dix und George Grosz nach dem Ersten Weltkrieg gewidmet, in dem der Kupferstich zu einer Sprache der modernen deutschen Nation wurde und die sich vom französischen Kubismus und dem italienischen Futurismus abgrenzte.

Der dritte und umfangreichste Teil befasst sich mit dem mexikanischen Taller de Gráfica Popular (TGP), einem 1937 gegründeten Kollektiv, an dem Künstler und Aktivisten aus verschiedenen Ländern (Mexiko, Deutschland, Spanien, USA usw.) beteiligt waren, darunter Leopoldo Méndez aus Mexiko, Hannes Meyer aus der Schweiz und Elizabeth Catlett aus den USA. Mit ihrer umfangreichen Produktion von Flugblättern, Plakaten, Pamphleten und Stichen trug diese Gruppe zur Stärkung progressiver politischer Formationen bei, die wichtige soziale und politische Anliegen unterstützten.

Der letzte Abschnitt befasst sich mit dem Projekt Isotype (Internationales System der typografischen Bilderziehung) der Österreicher Otto Neurath und Marie Reidemeister-Neurath sowie des Deutschen Gerd Arntz. Diese Initiative erlangte als ideales Medium zur Formulierung einer internationalen, funktionalen und universell lesbaren Zeichensprache internationale Anerkennung.

Weitere Informationen für die Presse:
MUSEO REINA SOFÍA

internacionalprensa@museoreinasofia.es
(+34) 91 774 2281
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Museo Reina Sofía