Ein ganz besonderes Abenteuer:

Neues Aus Spanien

Mit freundlicher Genehmigung von Northmarinas

Februar 2022

Auf den Spuren der letzten Reise des Apostels - Der Jakobsweg über das Meer

Ein nachhaltiges, sportliches See- und Landabenteuer mit kulturellen Highlights

Die Legende um die Ankunft der sterblichen Überreste des Apostels Jakobus in Galicien nimmt ihren Lauf in der Ría de Arousa in der sonnenverwöhnten Region der Rías Baixas ganz im Nordwesten Spaniens. „Geleitet durch einen Engel und geführt von einem Stern erreichten sie (Theodore und Athanasius, die Jünger des Apostels) die Küste Galiciens und segelten die Mündung des Flusses Ulla hinauf bis zum Erreichen von Iria Flavia (dem heutigen Padrón)“.

Auf dem letzten Stück ihrer Reise folgen die heutigen Pilger, die ihren Jakobsweg per Segelschiff über das Meer machen, genau diesem Weg.  Den erlebnisreichen Jakobsweg zur See kann man, genau wie den Jakobsweg zu Fuß, per Fahrrad oder Pferd, ganzjährig unternehmen oder sich jeweils im Sommer einer Segelrallye anschließen.

 

Nach Santiago de Compostela über das Meer
Northmarinas

Im Jahr 2015 beantragte der gemeinnützige, in Galicien ansässige, aus internationalen Mitgliedern bestehende Sportbootverband Northmarinas bei der Kathedrale von Santiago de Compostela die offizielle Anerkennung eines Jakobsweges über das Meer. Seit 2016 veranstaltet der Verband alljährlich im Sommer einen internationalen Segeltörn unter dem Motto „Navega el Camino“ – „Sail the Way“, um diese reizvolle Alternative bekannt zu machen. Dabei legt der Verband auf der Tour entlang des maritimen Jakobsweges besonderen Wert auf Nachhaltigkeit, u.a. durch null Plastik und recycelte Materialen an Bord, der Förderung der Gleichstellung der Geschlechter und des sozialen Zusammenhaltes sowie der Digitalisierung.

In diesem Jahr findet die Reise vom 24. Juni bis 14. Juli zum nunmehr siebten Mal statt und feiert nicht nur das Heilige Jahr 2021/2022, sondern gedenkt auch der 500-Jahr-Feier der ersten Weltumsegelung Magellans und Elcanos, die 1522 nach ihrer abenteuerlichen Reise wieder in Spanien eintrafen. Grund, einen besonderen Stopp in Guetaria und Bermeo im Baskenland einzulegen, den Geburtsorten Elcanos und seines ersten Bootsmanns Acurio.

Guetaria - Der Geburtsort von Juan Sebastián Elcano ist ein Stopp auf der diesjährigen Segelrallye
Turespaña

Wie bei der Bewältigung der Etappen des Jakobsweges per Rad oder zu Fuß erhalten die Pilger in jedem der teilnehmenden Häfen, die entlang der offiziellen Route angelaufen werden können, oder bei den Institutionen und Organisationen vor Ort, die mit Northmarinas ein Abkommen zu „Sail the Way“ unterzeichnet haben, die Stempel im Pilgerpass. Die Urkunde „Compostela“ gibt es für die Segler, die mindestens 100 Seemeilen zurückgelegt haben und die verbleibenden Kilometer vom letzten Hafen zu Fuß nach Santiago gepilgert sind.

Das letzte Stück des Weges wird zu Fuß bewältigt. Pilger auf dem Jakobsweg
Turespaña

Wer kann teilnehmen?

Starthafen für den diesjährigen Segeltörn ist, wie in der Ausgabe von 2019, der französische Hafen La Rochelle. Zustoßen kann man aber an jedem beliebigen Hafen auf der Route. Teilnehmen kann jeder oder jede, der oder die Lust hat, den Jakobsweg auf diese besondere Art zu machen. Entweder mit dem eigenen Boot oder dem Boot von Freunden oder Familienangehörigen. Da aber nicht jeder in der glücklichen Lage ist, ein eigenes Boot zu besitzen oder jemanden zu kennen, der im Besitz eines Bootes ist, gibt es die Möglichkeit, einen Platz auf einem der teilnehmenden Bootscharter zu erwerben. Und er oder sie erlebt dabei noch das besondere Abenteuer, in die Welt des Segelsports eingeweiht zu werden. 

Die Reiseroute 2022

Sind all diese Formalitäten erledigt, geht es am kommenden 24. Juni los im wehrhaften historischen Hafenstädtchen La Rochelle und entlang der feinen Sandstrände der französischen Küste von Aquitanien in Richtung Golf von Biscaya, wo in Hondarribia sicher  das ein oder andere Boot noch dazu stoßen wird. Hier wartet nicht nur ein herrliches Städtchen mit bunten Fischerhäusern im alten Seemannsviertel, in denen eine Vielzahl von hervorragenden Restaurants den Gaumen verwöhnen, sondern auch ein bezaubernder Altstadtkern hoch über dem Meer auf die Seepilger.

Hondarribia im Baskenland
Turespaña

Dann heißt es wieder Segel setzen und weiter führt die Fahrt über das Blau des Kantabrischen Meeres nach Guetaria, dem nächsten Stopp in diesem Jahr und Geburtsort von Juan Sebastián Elcano, sowie nach Bermeo, der alten Hauptstadt der Bizcaya. Die rotgedeckten Häuser schmiegen sich entlang dem Kai des seit dem Mittelalter bedeutenden Hafen- und Fischerstädtchens und locken geradezu zu einem Landgang.

Das Küstenstädtchen Bermeo im Baskenland
Turespaña

Danach geht es vorbei an der pittoresken, auf dem Felsen einer Landzunge gelegenen Kapelle San Juan de Gaztelugatxe, weiteren baskischen Küstenorten wie Bakio, und vorbei an den traumhaften Stränden von Sopelana, hinein in die Ría von Bilbao. Von der ehemaligen Industriestadt, die sich dank dem Bau des Guggenheim Museums und weiterer architektonischer Glanzlichter zu einem der hervorstechenden Kulturhighlights des Baskenlandes gemausert hat, verlassen die Pilgerboote mit einem letzten Blick auf die von der UNESCO zum Kulturerbe erklärten Hängebrücke von Getxo langsam das Baskenland.

Die Kapelle von San Juan de Gaztelugatxe, Berbeo, Baskenland
Turespaña

In den Häfen warten Überraschungen

Die Küste Kantabriens grüßt mit hübschen Städtchen wie Castro Urdiales und Laredo. Die Strände von Bería, Noja und Isla ziehen vorüber und schon von weitem sind der Leuchtturm von Cabo Mayor und die Halbinsel de la Magdalena zu erblicken, ehe der Hafen von Santander erreicht wird. In jedem der angelaufenen Hafenorte erwartet die Teilnehmer eine Überraschung, wie etwa ein gemeinsamer Ausflug, der Besuch eines der vielen Kulturhighlights entlang des Weges und natürlich der Genuss der vorzüglichen Gastronomie des grünen Nordens von Spanien. Und immer darf man gespannt sein, was der nächste Stopp bringen wird.

Die Halbinsel de la Magdalena in Santander
Turespaña

Der Bootsverband zieht nun weiter entlang der herrlichen grünen Küste Asturiens mit ihren wunderbaren Küstenstädtchen Llanes, Ribadasella und Lastres, dem nächsten Etappenziel. Immer wieder wechselt auf dem Weiterweg das Bild der Küste, meist grün, mit abrupten steilen Abschnitten und sandigen, oft weiten Buchten, so manches Mal umrahmt von den Gipfeln der Picos de Europa in der Ferne. Herrlich, hier an Bord zu sitzen, das Meer zu riechen, den Seewind zu spüren und dabei die Küstenlandschaften vorbeiziehen zu lassen.

Lastres in Asturien
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Vom Kantabrischen Meer Richtung Ozean

Den Abschluss der siebten Etappe schließlich, die wir mittlerweile erreicht haben, bildet Gijón, die historische Hafenstadt von Asturien mit ihrem charakteristischen Fischerviertel Cimadevilla, das unbedingt einen Bummel lohnt. Jetzt geht es vorbei an der grünen Steilküste in Richtung Galicien und Ribadeo. In galicischen Gewässern verlassen die Meerespilger schon bald das Kantabrische Meer, umschiffen das Cabo Estaca de Bares und erreichen den Atlantik.

Unterwegs vom Kantabrischen Meer zum Atlantik
Northmarinas

Zwischen Cedeira und Sada wechselt die Küstenszenerie zwischen kleinen geschützten, türkisfarbenen Buchten und langen, feinen Sandstränden, die zweifelsohne den Ein oder Anderen zu einer sportlichen Pause verleiten. Sada wartet auf mit dem Symbol des galicischen Modernismus. La Terraza, ein faszinierendes Jugendstilgebäude aus buntem Glas, Holz und Schmiedeeisen, beherbergt heute ein Restaurant mit Café. Erst 1920 nach Sada gebracht, schmückte das Gebäude einst die Gärten Méndez Nuñez in der nur 20 Kilometer entfernten Stadt A Coruña. 

In Sada lernt die Pilgergruppe einen der vielen typischen galicischen Pazos kennen. Ehemalige Herrenhäuser mit herrlichen Garten- und Parkanlagen. Viele von ihnen fungieren heute als Hotels, Restaurants oder Weinkeller. 

Von Sada folgt Etappe 11 entlang der berühmt-berüchtigten, von Steilklippen gesäumten, wild zerklüfteten Todesküste – Costa da Morte, wo einst die Römer das Ende der Welt, Finisterre vermuteten. Der ständige Rhythmus der an die Felsen schlagenden Wellen und das Geschrei der Möwen begleiten die Segler auf dieser Etappe nach Muxía. Direkt auf den mächtigen Steinen der Küste hier liegt die Kirche Santuario da Virxe da Barca, das Wahrzeichen des mystischen Wallfahrtsortes.

Ein Leuchtturm am "Ende der Welt". Finisterre an der Costa da Morte, für viele Pilger Abschluss des Jakobswegs.
Turespaña

Es folgt der Hafen von Muros und von dort geht es vorbei am Leuchturm von Corrubedo. Das offene Meer verlassend steuern die Boote nun auf den Spuren der letzten Reise des Apostels Jakobus hinein in die Ría de Arousa, die größte Ría in der Region der Rías Baixas mit ihren zahlreichen Inseln und einer Vielzahl von Fischerdörfern. Eines davon ist A Pobra de Camiñal mit herrlichen wappengeschmückten Herrenhäusern. Direkt gegenüber befindet sich Vilagarcía de Arousa, das Zentrum des hiesigen Landkreises O Salnés. Ein Ort, der genau wie die gesamte Region über traumhafte Strände und wunderschöne Naturlandschaften verfügt, die zu Wanderungen einladen.

Vilagarcía de Arousa, Galicien
Turespaña

Fast am Ziel

Von hier geht es weiter auf der nunmehr 15. Etappe über den Fluss Ulla per Boot bis Padrón, des ersten, in der Legende um die Ankunft des Heiligen Jakobus erwähnten Ortes. Heute bei  Kennern der Gastronomie Galiciens besonders bekannt für seine Pimientos de Padrón, die leckeren  grünen frittierten Paprikaschoten.

Padrón, als erster galicischer Ort erwähnt in der Legende von Jakobus Ankunft in Galicien.
Turespaña

Gut gestärkt heißt es spätestens jetzt die Wanderschuhe zu schnüren und die letzten 25 Kilometer des Weges nach Santiago de Compostela zu Fuß zurückzulegen. Und so ein wunderbares, sicherlich unvergessliches Abenteuer seinem eigentlichen Ziel entgegenzuführen.

Wer Lust und Interesse hat, sich im Heiligen Jahr dem Segeltörn „Navega el Camino“ anzuschließen, findet sämtliche Informationen und Bedingungen im Internet unter: www.rallysailtheway.com/en/

Ersehntes Ziel der Jakobspilger: Die Kathedrale von Santiago de Compostela
Turespaña