Rund um die Säulen des Herkules – Eine Sonderausstellung des Archäologischen Nationalmuseums
Mit seiner neuen Sonderausstellung „Rund um die Säulen des Herkules“ will das Archäologische Nationalmuseum die nachbarschaftlichen Beziehungen zwischen Marokko und Spanien stärken. Die Ausstellung steht unter der Schirmherrschaft von König Felipe VI. und König Mohammed V. Sie setzt sich aus einer erlesenen Auswahl von 335 Werken zusammen, die marokkanischen und spanischen Institutionen entstammen und bietet eine einzigartige Gelegenheit, die Beziehungen und den kulturellen Austausch zwischen den beiden Ländern zu vertiefen.
Die Sonderschau, die vom Ministerium für Kultur und Sport (MCD), der Nationalen Museumsstiftung des Königreichs Marokko (FNM) und der Acción Cultural Española (AC/E), in Zusammenarbeit mit der spanischen Agentur für internationale Entwicklungszusammenarbeit (AECID) und der Vereinigung der Freunde des MAN (AMAN) organisiert wird, thematisiert die tausendjährigen Beziehungen zwischen Marokko und Spanien.

Marokko und Spanien liegen auf beiden Seiten der Straße von Gibraltar, einer geografischen Besonderheit, die seit der Antike als "Säulen des Herkules" bekannt ist. Dieser mythische Raum galt einst als Ende der bekannten Welt. Die exquisite Auswahl von 335 Kulturgütern aus sechs marokkanischen Museen, die der Nationalen Museumsstiftung des Königreichs Marokko angeschlossen sind, sowie aus Sammlungen des Nationalmuseums für Archäologie selbst und dem Museo Nacional del Prado bieten eine einmalige Gelegenheit, in Spanien einige der wichtigsten Werke des marokkanischen archäologischen Erbes zu besichtigen, die nur selten das Land verlassen haben.

Der Rundgang ist in sechs große Themenbereiche gegliedert, die es dem Besucher ermöglichen, die Entwicklung der Beziehungen zwischen den beiden Ländern zu entdecken, die zunächst ohne staatliche Strukturen entstanden, dann unter dem Einfluss externer Mächte, wie der phönizischen und punischen Kolonisation standen, und sogar Teil ein und desselben politischen Gebildes wie des Römischen Reiches waren. Während der islamischen Expansion über das Mittelmeer im Mittelalter standen sie in dem gleichen kulturellen und religiösen Kontext. Der Diskurs endet mit dem Übergang zur Moderne, einer Zeit, in der die Beziehungen zwischen den beiden Ländern durch die neue Weltordnung verändert wurden.

Die Ausstellung enthält auch einen Epilog, der sich mit der gegenwärtigen Phase und insbesondere mit der wissenschaftlichen Zusammenarbeit zwischen den beiden Ländern im Bereich der Archäologie befasst. Die Durchführung von Projekten gemeinsamer Teams auf marokkanischem Gebiet ermöglicht es, das reiche Erbe der Straße von Gibraltar hervorzuheben und die jahrhundertealten Beziehungen, die rund um die Straße von Gibraltar geknüpft wurden, neu zu beleben.
Zu den Exponaten gehört eine Reihe von Bronzeskulpturen aus der antiken römischen Stadt Volubilis, dem Herzstück des Musée de l'Histoire et des Civilisations in Rabat, darunter die Büste von Juba II. sowie eine reiche Auswahl an andalusischen Artefakten aus dem Archäologischen Nationalmuseum selbst.
Die Ausstellung ist noch bis 16. Oktober zu sehen. Es werden kostenlose Führungen angeboten.