Die Huerta von Murcia
Vielen Urlaubern ist bereits der Gemüsegarten oder die Huerta de Valencia ein Begriff. Weit weniger bekannt hingegen ist die Huerta von Murcia, die ihr aber in nichts nachsteht. Denn auch sie stellt ein wertvolles Ökosystem und eine einzigartige Enklave voller Geschichte und tausendjähriger Traditionen dar.
Einsiedeleien und Kirchen, Landschaften, Bewässerungskanäle, Gastronomie und jahrhundertealte Traditionen
Entlang attraktiver Routen findet man zahlreiche Einsiedeleien und Kirchen, Mehl- und Paprikamühlen, idyllische Kulturlandschaften, große und kleine Bewässerungskanäle, hydraulische Elemente wie Wasserräder und Wasserteiler, Laubbäume, Vegetation, Fauna, Huertanos-Kegelbahnen und traditionelle Bars, in denen man die Gastronomie Murcias genießen kann.

Bei der dort betriebenen Landwirtschaft und den überlieferten Volksfesten handelt es sich zweifelsohne um Elemente von großem kulturellem Interesse, die sich dank der Bemühungen und der Arbeit der Bewohner der Huerta erhalten haben. Die meisten Gemüsesorten, die in der Region Murcia zu finden sind, stammen aus Asien, dem Nahen Osten, Südeuropa und Nordafrika. Der klimatische Faktor hat ihre Einführung in der Region begünstigt, da es sich um ein gemäßigtes Gebiet mit milden Temperaturen im Winter und geringen oder mäßigen Niederschlägen handelt. Die Huerta zählt zu den fruchtbarsten und wohlhabendsten Gegenden Spaniens mit einer Landwirtschaft, die auf Qualität, ökologischem Gleichgewicht und einem hohen Anteil an Tröpfchenbewässerung basiert.

Die Auswahl an Pflanzen mit lokalen Sorten aus der Huerta de Murcia ist überreich. Hier wachsen Auberginen, die beim Frittieren weniger Öl aufnehmen und viele Antioxidantien enthalten; ertragreiche Paprikasorten, die sich für den Frischverzehr eignen; längliche Tomaten, die sich für die Herstellung von Konfitüren eignen; Perlenkürbisse, die für Eintöpfe und Kürbiskonfekt verwendet werden; Melonen, die in Form und Verzehr der Gurke ähneln.; Bergamotte, aus denen ätherisches Öl gewonnen wird; Zitronen mit süßer und essbarer Schale; palästinensische Limetten, die als Dessert sehr geschätzt werden; Hier gedeihen Zitronen - , Orangen-, Aprikosen-, Pflaumen-, Feigen-, Birn-, Maulbeer- und Olivenbäume.
Ein derart reiches Angebot an landwirtschaftlichen Produkten bringt natürlich auch eine hervorragende Gastronomie mit sich, die von der benachbarten Küche von La Mancha, Valencia und Granada beeinflusst ist. Zu der variantenreichen Küsten- und Gemüseküche, deren Grundelemente Paprika und Tomaten sind, gesellt sich eine Vorliebe für Schweinefleischprodukte und eine reichhaltige Fisch- und Meeresfrüchteküche. Von der murcianischen Fleischpastete heisst es, dass sie "ein Geschenk der Reichen und ein Genuss für die Armen" sei.
Die Landschaft der Huerta de Murcia
Von der Stadt Murcia aus kann man mit verschiedenen Transportmittel die Huerta-Landschaft zu erkunden. Mit Leihfahrrädern, Elektromotorrädern, Straßenbahnen oder Bussen lassen sich jeder beliebige Punkt der Huerta in kurzer Zeit erreichen und genießen. Am besten und einfachsten ist es jedoch, einen Spaziergang zu unternehmen und die Landschaft, den Duft und die Atmosphäre der Straßen, Wege und Pfade zu Fuss zu genießen.

Das Rad von La Ñora, das Kloster Los Jerónimos, Mühlen und Turmhäuser sind nur einige Beispiele für das bedeutende Erbe der Huerta. Im nördlichen Teil der Stadt verläuft der Bewässerungskanal Aljufía vom Wehr La Contraparada bis zu den Ländereien der Vega Baja. Die Dörfer Javalí Viejo, La Ñora, Guadalupe oder La Albatalía zeigen wichtige Elemente des Kulturerbes wie das Rad von La Ñora, das Kloster Los Jerónimos oder die verschiedenen Mühlen, Turmhäuser und kleinen Bewässerungsgräben, die über das gesamte Gebiet der Huerta verteilt sind.
In der Huerta von Murcia wird man auch über das hohe Maß an Landschaftsgestaltung erstaunt sein. El Rincón de Almodóvar etwa liegt am rechten Ufer des Flusses Segura, ca. 12 km von der Hauptstadt entfernt, und umfasst die Bezirke Alquerías und Los Ramos. In dieser einzigartigen Enklave kann man die Türme von Almodóvar und Rocamora oder Miralles bewundern. Diese bedeutenden zweistöckigen Gebäude aus Stein und massivem Ziegelstein zeichnen sich durch schmiedeeiseneres Dekor, große Balkons und Holzbalken aus. Sie wurden zwischen dem 17. und 19. Jahrhundert errichtet und werden von einem Raum mit nach außen gerichteten Bögen, einem Turm oder einer Turmspitze in der Mitte des Hauses in Form gekrönt.
Der Weiler Llano de Brujas, im Volksmund als Rincón de San Antón bekannt, am linken Ufer des Flusses Segura, ist von einem Netz von Bewässerungsgräben und Wegen umgeben, die sich ideal für einen Entdeckungsspaziergang eignen. Der Frühling ist zweifelsohne die perfekte Jahreszeit für einen Besuch dieser Ecke des Obstgartens von Murcia, denn dann betören die blühenden Hortensien, Lilien, Rosen, Geranien oder Gitanillen mit ihrer Farbe und ihrem Geruch.
