"Erneuerung" - Thema des Europäischen Tages der jüdischen Kultur 2022
Juden, Moslems und Christen lebten bis 1492 an zahlreichen Orten in Spanien jahrhundertelang zusammen. So kamen unterschiedliche Traditionen sowie kulturelle und religiöse Ausdrucksformen miteinander in Berührung.
22 Städte in Spanien gehören nunmehr dem Netzwerk Jüdischer Viertel, der Red de Juderías, an. Bei den Mitgliedern handelt es sich um einst jüdische Gemeinschaften, deren Spuren über mehr als tausend Jahre zurückverfolgt werden können. Die Wege durch Sepharad, wie Spanien von den Juden genannt wurde, führen durch die engen Gassen der alten Judenviertel, zu Synagogen oder Museen, die dieses reiche Vermächtnis bewahren. Eine Reise in jede dieser Städte ist ein Erlebnis, das Geschichte, Kunst, Traditionen und eine ganz besondere Küche miteinander verschmelzen lässt. Die Städte mit erlebbarer jüdischer Vergangenheit verteilen sich auf insgesamt acht Autonomiegemeinschaften in Spanien. Die meisten können in Kastilien-León (Avila, Béjar, León, Plasencia und Segovia) besucht werden; gefolgt von Andalusien (Córdoba, Jaén, Lucena) und Galicien (Monforte de Lemos, Ribadavia und Tui). Zur Extremadura gehören die Städte Cáceres und Hervás, zu Navarra Estella-Lizarra und Tudela.. In Kastilien-La Mancha sind es Toledo, in Katalonien Barcelona, in Murcia Lorca und in Valencia Sagunt, die an die Red de Juderías angeschlossen sind.
Im kommenden September werden die Städte des Netzwerks Jüdischer Viertel erneut einen Europäischen Tag der jüdischen Kultur unter dem Motto „Erneuerung“ begehen.
Dieses Thema ist praktisch in jeden Aspekt des jüdischen Lebens und der jüdischen Praxis eingewoben; in der Tat baut das jüdische Leben ständig auf der Vergangenheit auf und vermittelt ein Gefühl des ständigen Wandels mit einer beruhigenden Kontinuität.
Das jüdische Neujahrsfest, das im selben Monat wie die Europäischen Tage der jüdischen Kultur stattfindet, beginnt mit den Feiertagen Rosch Haschana und Jom Kippur. Diese Festen geben den Gläubigen die Gelegenheit, über ihre vergangenen Taten nachzudenken und sie zu würdigen, um dann mit neuer Entschlossenheit, Optimismus und Entschlossenheit in die Zukunft zu blicken.

Das Konzept des "Neuanfangs" ist Teil des jüdischen Jahreszyklus und der jüdischen Kultur und des Lebens im Allgemeinen.
Das Erbe, das von Generation zu Generation weitergegeben wird, ohne dass das Gefühl der Kontinuität und Zugehörigkeit verloren geht, ist ein grundlegender Schatz, der für die Weitergabe der jüdischen Identität von zentraler Bedeutung ist. Wenn dieses Erbe angepasst und verändert wird, ist es oft von dem Wunsch geleitet, dem ursprünglichen Weg oder der ursprünglichen Vision treu zu bleiben. Als Antwort auf die moderne Welt steht die Erneuerung der Tradition.
In diesem Zusammenhang wurde auch das Thema "Erneuerung" gewählt, um den Europäischen Tag der Jüdischen Kultur am 4. September in 35 europäischen Ländern zu begehen. Dabei sollen Aktivitäten im Zusammenhang mit der jüdischen Kultur für die Öffentlichkeit organisiert werden, um das Bewusstsein für das kulturelle und historische Erbe des hebräischen Volkes zu schärfen.

Preisgekrönte Grafik mit spanischem Flair
Unter den 35 teilnehmenden Ländern wurde als Veranstaltungsplakat eine Grafik des Spanischen Netzwerks der Jüdischen Viertel prämiert, das den Europäischen Tag der jüdischen Kultur 2022 weltweit repräsentieren wird.
Das preisgekrönte Plakat wurde von der Werbeagentur Por Fin Lunes entworfen, die regelmäßig mit dem Netzwerk der spanischen jüdischen Viertel zusammenarbeitet. Es konkretisiert die Idee der Erneuerung mit dem Bild der Metamorphose eines Monarchfalters, der auf visueller Ebene Leben, Zeit und Wiedergeburt symbolisiert.
