Boumort ist ein hervorragender Ort für Vogelbeobachtung

Neues aus Spanien

Archivo RNC Boumort

April 2023

Das Naturschutzgebiet Boumort festigt seine Position als bester Ort in den Pyrenäen zur Beobachtung von Geiern

 

Lleida bekräftigt seine Führungsrolle im Bereich des Ökotourismus mit einem Ornithologischen Tourismusforum, das vom 16. bis 18. April Aktivitäten für Fachleute und die breite Öffentlichkeit anbietet.

Katalonien
Turespaña

Das Nationale Jagdreservat Boumort und seine Umgebung haben sich zum besten Ort in den Pyrenäen entwickelt, um Mönchsgeier zu beobachten. Diese Art wurde erst 2006 wieder angesiedelt und hat 17 Jahre später eine Population von 65 ansässigen Geiern erreicht, die sich mehr oder weniger stabil in diesem Gebiet etabliert hat. Das Reservat ist das einzige Gebiet in Europa, in dem die vier Geierarten des Kontinents brüten (Gänsegeier, Bartgeier, Schmutzgeier und Mönchsgeier), was es zu einem sehr attraktiven Ziel für Forscher und ornithologisch interessierten Touristen macht. In diesem Sinne ist das Geier-Observatorium von Boumort ein absolut privilegierter Ort, um diese majestätischen Raubvögel aus der Nähe zu betrachten.

Die Provinz Lleida begeistert mit seinen Naturreservaten
Patronat de Turisme de la Diputació de Lleida. Oriol Clavera

Jordi Palau, Direktor des Reservats, sieht in der Wiedereinführung des Mönchsgeiers, die auf eine Initiative der Generalitat de Catalunya und der Fundació Catalunya-La Pedrera (ehemals Territori i Paisatge) in Zusammenarbeit mit den Nichtregierungsorganisationen GREFA und Trenca zurückgeht, eine klare Erfolgsgeschichte. Nachdem er in den Pyrenäen bereits ausgestorben war - auf der Iberischen Halbinsel gab es nur noch Kolonien im Südwesten- wurde er im französischen Zentralmassiv wieder angesiedelt.  Die Erholung dieser Art erreichte  2010 ihren ersten großen Höhepunkt, als ein wiederangesiedeltes Paar zum ersten Mal wieder Junge bekam. Die Population wuchs stetig an und erreichte im letzten Jahr 65 Exemplare, mit 18 Brutpaaren, die erfolgreich 8 Küken aufgezogen haben.

Das Nationale Jagdreservat Boumort ist ideal für die Wiederansiedlung der Art in den Pyrenäen, da es nicht nur ein hervorragendes Schutzgebiet für die Entwicklung des Mönchsgeiers ist, sondern auch eine Art ökologische Brücke zwischen den bestehenden Kolonien auf der Iberischen Halbinsel und in Frankreich darstellt.

Spanien beherbergt 86 % der europäischen Gesamtpopulation des Mönchsgeiers, einer Art, die im Roten Buch der Vögel Spaniens, im spanischen Katalog der bedrohten Arten und im neuen Katalog der bedrohten Fauna Kataloniens als gefährdet aufgeführt ist.

Das Nationale Jagdreservat Boumort ist der Dreh- und Angelpunkt für die Wiederansiedlung der Mönchsgeier in den Pyrenäen. Von den 65 in diesem Jahr beobachteten Exemplaren wurden 23 wieder eingeführt, 28 wurden in der Kolonie geboren und die übrigen sind exogenen Ursprungs. Mit der Zeit nimmt natürlich der Anteil der in Boumort geborenen Individuen zu, während der Anteil der wiederangesiedelten Individuen abnimmt. Boumort wird so zu einer ökologischen Brücke zwischen den Populationen, da es nicht nur ein historisches Brutgebiet für den Mönchsgeier wiederherstellt, sondern auch die Verbindung und den genetischen Austausch zwischen den Populationen gewährleistet und das Risiko des Aussterbens verringert. 

Derzeit leben in dem Reservat neben den Mönchsgeiern 150 Paare von Gänsegeiern, 4 oder 5 Paare von Schmutzgeiern (eine Zugvogelart, die hier nur zwischen März und August anzutreffen ist) und 6 Paare von Bartgeiern (eine weitere gefährdete Art, die in mehreren Gebieten der Pyrenäen ansässig ist).

Das Nationale Jagdreservat Boumort wurde 1991 mit dem Ziel gegründet, die dort wild lebenden Tierarten zu schützen, zu fördern und zu nutzen und die Ökosysteme, zu denen sie gehören, zu erhalten. Es umfasst eine Fläche von 13.097 ha und liegt in den katalanischen Vorpyrenäen zwischen den Tälern der Flüsse Noguera Pallaresa und Segre.

Die charakteristische Tierart ist der Hirsch, der in diesem Gebiet eine der größten Populationen der Pyrenäen aufweist und jedes Jahr zur Brunftzeit Hunderte von Besuchern anlockt. Das Vorkommen von Gämsen und Rehen ist ebenfalls bemerkenswert. Im Wald sind Arten wie den Auerhahn, den Schwarzspecht, den Pyrenäenkauz und die Waldschnepfe finden. Auf den offenen Flächen zeigen sich Rothühner,  Kaninchen und Feldhasen. Auf den Felsen und Klippen lassen sich große Raubvögel  wie Bartgeier, Gänsegeier, Schmutzgeier, Wanderfalken oder Steinadler.beobachten. 

Unter den Fleischfressern sind der Fuchs, der Dachs und der Marder hervorzuheben, aber auch andere, eher lokal begrenzte Arten wie die Wildkatze und das Wiesel. Schließlich ist noch das Vorkommen einzelner Arten in den Bächen und Wasserläufen zu erwähnen, wie etwa des Pyrenäenmolchs oder des iberischen Flusskrebses.

 

Weitere Informationen:

Nationales Jagdreservat Boumort

Tel. 973 65 47 16

www.pallarsjussa.net/boumort

 

Ornithologisches Tourismusforum

Fremdenverkehrsamt der Provinz Lleida

Tel. 973 24 54 08

Internet: www.aralleida.cat