Asturien, Pozo Sotón

Neues aus Spanien

Pelayo Lacazette - Turismo Asturias

Juni 2023

Natur und Industrietourismus in harmonischem Einklang

"Asturien, Bergbau-Natur" ist die neue Tourismusmarke, die im nordspanischen Fürstentum den Industrietourismus und das damit zusammenhängende reiche historische und kulturelle Erbe der Region fördern soll. Die Initiative ist Teil des Positionierungsplans der Tourismusstrategie 2020-2030 und zielt darauf ab, den einzigartigen Charakter der Verbindung zwischen Industrie und Land hervorzuheben, der im aktuellen soziokulturellen Kontext der Region verwurzelt ist.

Asturien
Turespaña

Unterstützt wird die Marke durch das ausgedehnte Netz industrieller Einrichtungen in Asturien, zu dem fast fünfzehn Interpretationszentren, ein Dutzend Museen und neun „Grüne Wege“ auf den  Trassen ehemaliger Eisenbahnstrecken gehören. Das Bergbaumuseum, das Ökomuseum des Samuño-Bergbaus oder die Mine von Arnao, die erste unterirdische Mine in Europa und die erste Kohleförderung in Spanien, sind einige der wichtigsten Beispiele für dieses reiche Erbe. Der Brunnen Santa Bárbara in Mieres, der erste seiner Art, der zum Kulturgut erklärt wurde, oder das Eisenbahnmuseum in Gijón, das die wichtigste Ausstellung zur Eisenbahngeschichte des Fürstentums beherbergt,  sind ebenfalls anerkannte Beispiele für das industrielle Umfeld Asturiens.

Asturien ist ein Reiseziel, in dem die Schönheiten der Region einschließlich ihrer kulturellen Attraktionen von einer üppigen Natur eingerahmt werden. Dazu gehört auch das industrielle Erbe, bei dem vor allem die historischen Überreste des Bergbaus von besonderer Bedeutung sind. Daher auch der Slogan und die Marke "Asturien, Bergbau-Natur", die mehr als dreißig touristisch aufgewertete Gebiete und Ressourcen umfasst.

Fördertürme, die gen Himmel ragen; Schienen, auf denen Dampfeisenbahnen fahren; Ortschaften, die dank des industriellen Paternalismus entstanden ... Sie zeugen von den Ressourcen, die in der asturischen Erde, den Flüssen und auf dem Meeresgrund zu finden sind. Und von den furchtlosen Frauen und Männern, die versucht haben, diese Natur zu bändigen.

Asturien, Via Verde La Calamocha
Mampiris - Turismo Asturias

Das industrielle Erbe steht im großen Gegensatz zum ländlichen Asturien des 19. Jahrhunderts, das von Ackerbau und Viehzucht lebte und nur einige wenige Konserven- und Waffenfabriken besaß, die aus dem 18. Jh. stammten. Das Land verfügte zwar über ein reiches Kohlevorkommen, jedoch hatte die Bevölkerung bis zum Beginn der Industrialisierung nie Interesse an deren Förderung gezeigt. Erst als der Bedarf an Brennstoff stieg, verwandelten sich die asturianischen Lagerstätten zum Objekt der Begierde.

Mit der Kohlenförderung und dem beginnenden Bergbau setzte auch die Blütezeit der Metall- und Eisenindustrie sowie der Energieproduktion ein, die von den reichen Wasserreserven des Fürstentums profitierte. Die Eisenbahn trieb die Industrialisierung weiter voran, veränderte nach und nach die Landschaft des Fürstentums und bereitete es auf die Zukunft vor.

Das geschützte industrielle Kulturerbe Asturiens besteht aus drei unterschiedlichen Gütern: einzelstehende Gebäude wie die Tabakfabrik im Herzen von Gijón, industrielle Ensembles wie das von Arnáu oder die Waffenfabrik in Trubia und komplexe Landschaften, in denen sich auf einen Blick verschiedene Aktivitäten erkennen lassen, wie die Täler des Nalón oder des Caudal und insbesondere die Bergbaulandschaft von Turón.

 

Asturien, Bustiello
Turismo Asturias

Diese industriellen Güter und Strukturen prägen bis heute die Landschaft Asturiens. Zu ihr gehört die charakteristische Architektur der Bergbauersiedlungen, von Fabriken, ehemaligen Gaslagern und emporragenden Schornsteinen. Besondere Erwähnung verdienen in diesem Kontext der renovierte Komplex von Valnalón, die Bergbauersiedlung in Bustiello sowie die Fördertürme und die Schachteingänge in Mosquitera, Candín oder San Fernando. Der Wassersprung von Salime geht in den größten Stausee Asturiens über. Im Inneren des Gebäudes lassen sich die Wandbilder und Flachreliefs der Architekten und Künstler Joaquín Vaquero Palacios und Joaquín Vaquero Turcios  bewundern. Das regionale Straßennetz führt auch an Bauwerken der ertragreichen landwirtschaftlichen Industrie und anderer, traditioneller Industrien vorbei.

In der Apfelweinfabrik El Gaitero sowie in zahlreichen weiteren Apfelweinkeltereien werden geführte Besichtigungen durch die Bodega mit anschließender Verkostung angeboten. Die Konservenindustrie verfügte in ihrer Hochzeit über beinahe 100 Fabriken, in denen traditionsgemäß viele Frauen angestellt wurden. Die dauerhafte Ausstellung der Konservenindustrie von Candás ist in der ehemaligen Zisterne der Konserven- und Apfelweinfabrik Bernardo Alfageme zu sehen. Zahlreiche Geräte belegen, wie sich in Folge dieser industriellen Aktivität die Arbeitsbedingungen änderten und sich die Gesellschaft wandelte. 

Asturien, MUSI
Marcos Vega García - Turismo Asturias

Das Bergbau- und Industriemuseum (MUMI) in L'Entregu/El Entrego, in dem die Nachbildung eines Bergwerks zu sehen ist, widmet sich der Geschichte der Kohleförderung. In einem Kühlturm des ehemaligen Eisenwerks Duro Felguera (Langreo) wurde das Museum der Eisenindustrie (MUSI) eingerichtet. Das Bergwerk von Arnáu zeichnet sich dadurch aus, dass sich einige seiner Stollen unter dem Meer befinden. Der ehemalige Nordbahnhof (Estación del Norte) in Gijón wurde zum Eisenbahnmuseum Asturien (MFA) umgestaltet.

Reisende ,die sich für die nordspanische Region Asturien interessieren, können sich auf eine äußerst interessante Synthese von Natur, Industrie und Gastronomie freuen.

www.turismoasturias.es/de/turismo-industrial

Asturien, MUMI
Pelayo Lacazette - Turismo Asturias