2023 - Ein Jahr für den „Maler des Lichts“
Sie sind eine Labsal für die Seele an trüben Tagen: Die lichtdurchfluteten Gemälde von Joaquín Sorolla spiegeln in einzigartiger Weise das unvergleichliche Blau und das Sonnenlicht des mediterranen Sommers wider. Die Art Sorollas, Licht und Schatten in seinen Bildern wiederzugeben, ist unübertroffen. Spanien feiert in diesem Jahr nicht nur seinen Künstlersohn Picasso, sondern auch Joaquín Sorolla Bastida, den „Maler des Lichts“, der vor 100 Jahren, am 10. August 1923 in Cercedilla nahe Madrid verstarb.
Das Licht der Welt erblickte Joaquín Sorolla am 27. Februar 1863 in der Calle de las Mantas in Valencia, der Stadt am Mittelmeer, dessen Licht er in seinen Bildern verewigte. „Mein Gemälde ist der Strand von Valencia und die gesegnete Sonne, die ich jeden Tag mehr liebe“, soll er einmal gesagt haben. Und obwohl er später mit seiner Familie in Madrid lebte und zahlreiche seiner Arbeiten in der spanischen Hauptstadt entstanden, war es vor allem die Stadt Valencia, ihre Strände und ihr Licht, die ihn sein Leben lang prägten.
Wer in seinem Geburtsjahr nach Valencia reist, kann sich dort auf eine Sorolla-Route durch die Altstadt begeben und an die Strände, um den Spuren seines Lebens zu folgen.

Hier in Valencia erhielt der Maler, der zum international berühmtesten spanischen Künstler seiner Zeit avancierte, der Licht und Schatten sowie Bewegung wie kein anderer in seinen Werken ausdrückte, in der Escuela de Bellas Artes seine Ausbildung. Hier liegen seine privaten Wurzeln und Bindungen, die man bei dem Besuch auf seinen Spuren entdeckt.
Zu dieser Route gehören das Geburtshaus, die Ausbildungsstätte, die Kirche Santa Catalina, wo er getauft wurde oder die Kirche San Martín, wo er heiratete. Aber vor allem die Plätze und Orte, die ihn zu seinen berühmten Gemälden inspirierten. Der Marktplatz, der Ort für sein Gemälde „El Grito del Palleter“, „Der Aufruf des Strohhändlers“, oder die Strände der Stadt und der Umgebung an der Costa Blanca, die ihm als Bühne für seine berühmten Bilder von spielenden Kindern, Fischerszenen oder Frauen am Strand dienten.
www.comunitatvalenciana.com/es/valencia/valencia/eventos/ruta-sorolla-el-pintor-de-valencia-

Sieben Ausstellungen in der Geburtsstadt Valencia
Im Jahr 2023 vereinigt Valencia aus Anlass des Sorolla-Gedenkjahres so viele Werke des Künstlers wie nie zuvor in insgesamt sieben Ausstellungen:
Museo de Bellas Artes: Sorolla-Orígenes. Sorolla – Die Ursprünge. Vom 30. März bis 11. Juni mit 70 Werken aus den Jahren 1878 bis 1884 aus den Anfängen seines Schaffens, der vielleicht unbekanntesten Periode seines Künstlerlebens.
Im Anschluss daran, vom 29. Juni bis 01. Oktober sind ebenfalls im Museo de Bellas Artes alle Werke Sorollas aus der Masaveu-Sammlung zu sehen. Dabei handelt es sich um eine der bedeutendsten Sorolla-Sammlungen der Welt mit 46 Werken des Künstlers, die die seine künstlerische Entwicklung abbilden.

Die Sorolla-Werke aus der Sammlung der Familie Lladró können neben den Werken anderer Künstler wie Juan de Juanes, Francisco Zurbarán oder José Benlliure kostenlos im Palacio de las Comunicaciones, dem ehemaligen Postgebäude, noch bis zum 11. Juni 2023 bewundert werden.
„Sorolla in Rom“ ist eine Ausstellung des Salon del Respecte im Palau de Scala an der Plaza Manises mit 33 Werken des jungen Künstlers aus der Zeit zwischen 1884 und 1889, die er dank eines Stipendiums in Italien verbrachte.
Eine interaktive Ausstellung im Gebäude La Base in La Marina in Valencia führt ab dem 15. Juni ein in das Werk und Leben des Künstlers und den historischen, sozialen und kulturellen Kontext seiner Zeit.
Die Ausstellung „Sorolla en negro“, „Sorolla in Schwarz“ in der Stiftung Bancaja macht bekannt mit Werken des Malers des Lichts, in denen die Präsenz von Schwarz und Grau eingehend beleuchtet wird.
Ebenfalls in der Stiftung Bancaja ist im Oktober die Ausstellung „Sorolla im Licht“ mit 24 Originalwerken zu seinem bevorzugten Thema kombiniert mit digitalen Nachbildungen als virtuell – audiovisuelles Erlebnis zu sehen.
www.visitvalencia.com/de/nachrichten/valencia-zeigt-im-jahr-2023-sieben-sorolla-ausstellungen

Und, eine Reise nach Valencia wäre auch auf den Spuren von Joaquin Sorolla nicht vollständig ohne das gastronomische Erlebnis. So zaubert Küchenchef Jorge de Andrés im Restaurant Vertical ein Vierzehn-Gänge-Menü für Feinschmecker mit dem Titel: „Sorolla-Menü.Vision und Aromen Spaniens“.

Sorolla in Madrid
Wie viele spanische Künstler, später auch Picasso, der ebenfalls 2023 gefeiert wird, prägte ein Besuch des Prado Museums in Madrid den Maler Sorolla. Mit 18 Jahren besuchte er die berühmte Pinakothek zum ersten Mal und war vor allem von den Werken Velázquez tief beeindruckt. Heute finden sich einige der Werke des valencianischen Künstlers genau wie das seines Idols im Prado.
Ein Besuch auf den Spuren Sorollas in Madrid führt aber unweigerlich und vor allem in das ehemalige Wohnhaus der Familie, das auf Wunsch der Witwe des Künstlers in ein Museum verwandelt wurde. Hier kommt man dem Künstler besonders nahe, hat die Entstehungsorte einiger seiner berühmtesten Werke direkt vor Augen. So den „Garten im Sorolla-Haus“, „Clotilde auf dem Sofa sitzend“ oder „Der rosa Bademantel“.

Und natürlich hat auch das Museo Sorolla, das als einer der besterhaltenen Nachlässe des Künstlers in Europa gilt, zwei besondere Ausstellungen aus Anlass des Gedenkjahres im Programm: Die Ausstellungen „Sorolla, Ursprünge“ (bis 30. März, danach in Valencia zu sehen) und „Sorolla ist tot! Es lebe Sorolla!“ (bis 25. Juni) befassen sich mit den Anfängen und den letzten Jahren der Schaffensperiode des Malers.
Der Palacio Real zeigt „Sorolla im Licht“, die Ausstellung mit digitalen Nachbildungen (bis 30. Juni), die dann auch in Valencia zu sehen sein wird. Die „Porträts von Joaquín Sorolla (1863-1923)“ können im Prado noch bis 18. Juni bewundert werden.

Gemälde über und in ganz Spanien
Aber der „Maler des Lichts“ reiste durch ganz Spanien, nicht nur als er für die Hispanic Society in New York den Auftrag über ein Wandbildprojekt annahm, für das er Trachten und Bräuche aller Gebiete des Landes in seinen Bildern festhielt. Das riesige Gemälde über die Provinzen Spaniens ist heute als „Vision de España“, „Ansichten von Spanien“ bekannt.
Seine Heimat Spanien, seine Menschen und Landschaften liebte der Maler, die Wildheit des kantabrischen Meeres, die Gärten Andalusiens, die Sierra Nevada, die Schönheit der Alhambra. Und in zahlreichen Orten des Landes, ob A Coruña, Oviedo, Málaga, Córdoba oder Toledo, sogar bis hin zu den Inseln, wie auf Teneriffa finden sich die Werke des Meisters des Lichts.

So gibt es vielleicht keine bessere Inspiration für einen Sommerurlaub an den Stränden und in den lichtdurchfluteten Landschaften Spaniens als einen Blick auf die Gemälde des Malers aus Valencia zu werfen. Und das vor allem in diesem Jahr 2023.
Eine Reise durch Spanien, um die Werke Sorollas zu entdecken | spain.info
