Cuatro-Vientos

Neues aus Spanien

mit freundlicher Genehmigung von Turismo de la Diputación de Soria

März 2023

Caminante no hay camino, se hace camino al andar - Auf den Spuren von Antonio Machado

Wer sich für Antonio Machado, den herausragenden Lyriker der sogenannten 98er Generation in Spanien, interessiert, kann einer literarischen Route durch die Provinzen Soria und Segovia folgen, um sich auf die Spuren dieses Vertreters der literarischen Moderne zu begeben. Kennzeichnend für die Gedichte Machados sind seine tiefgründigen philosophischen Überlegungen zu abstrakten Konzepten wie Leben, Tod und Zeit. Häufig verwendet er dafür die kastilische Landschaft als Metapher. Ein weiteres Leitmotiv in Machados Werk stellen Krieg und Gewalt dar. Viele seiner Gedichte sind als Reaktion auf die kriegerischen Auseinandersetzungen zu seinen Lebzeiten, insbesondere auf den Spanischen Bürgerkrieg, zu verstehen.

Kastilien-León
Turespaña

Die Route beginnt in Soria, das ihn zu seinem Gedichtband Campos de Castilla inspirierte und wo er seine Frau Leonor kennenlernte. Machado unterrichtete von 1907 bis 1912 als Französischlehrer an der örtlichen Sekundarschule, in der in einem der Klassenzimmer die Möbel und Materialien besichtigt werden können, die an die Lehrtätigkeit des Dichters erinnern. Ein Zwischenstopp beim Círculo Amistad Numancia ruft den Club in Erinnerung, den er häufig zum Gesprächsaustausch besuchte. In diesem Zentrum ist auch ein Dichterhaus-Museum untergebracht, das Antonio Machado und anderen berühmten Literaten wie Gerardo Diego und Gustavo Adolfo Bécquer gewidmet ist.

 

Casa Antonio Machado
mit freundlicher Genehmigung von Turismo de Segovia

Auf der Plaza Mayor befindet sich die Kirche Santa María la Mayor, in der der Dichter und seine Geliebte Leonor Izquierdo 1905 heirateten. An der Fassade des Kulturzentrums Palacio de la Audiencia ist die berühmte Uhr zu sehen, die Machado in einigen seiner Gedichte erwähnt. Schließlich führt die Route noch zur Kirche Santo Domingo, in der das junge Paar bevorzugt die Sonntagsmesse feierte.

Eine weitere gute Möglichkeit, auf den Spuren des Dichters zu wandeln, bietet ein Spaziergang vom Wohnhaus des Paares an der Avenida Paseo del Mirón zum Barockgebäude des Mirón-Heiligtums. Ein Arzt hatte ihm und Leonor, die 1911 an Tuberkulose erkrankt war, zu diesem regelmäßigen Spaziergang geraten. Neben der Kirche El Espino steht der Baum, der Machado zu seinem berühmten Gedicht "An eine trockene Ulme" inspirierte. Dort befindet sich auch der Friedhof, auf dem seine 1912 verstorbene Frau begraben wurde.

Machado pflegte zudem lange Spaziergänge am Ufer des Duero zu unternehmen, die ihn häufig von der Kirche des alten Klosters San Polo zum Heiligtum San Saturio führte. Dort ehrte die Stadt 1932 den Dichter mit einer Inschrift auf einer Gedenktafel. Die Überreste des Klosters San Juan de Duero, das 1882 zum kunsthistorischen Denkmal erklärt wurde und ein Wahrzeichen der Stadt Soria ist, sind ein weiterer Halt auf der Machado-Route durch Soria.

 

Jenseits der Stadt Soria

Die "Hommage" an den Schriftsteller kann mit einer etwas längeren Autoreise durch die Provinz Soria vervollständigt werden: der Ausflug, den der Dichter im September 1910 zusammen mit einigen Freunden unternahm, um die Quelle des Duero zu besuchen. Auf dem Weg dorthin liegen malerischen Dörfer wie Vinuesa, Salduero und Covaleda, die einige bemerkenswerte Kirchen, Herrenhäuser, Paläste aufweisen. Auch sollte man sich einen Besuch des Stausees Cuerda del Pozo nicht entgehen lassen, der wenige Kilometer von Vinuesa entfernt liegt. Er verfügt über feine Sandstrände wie den Pita- und den Peña-Gamella-Strand, die zum Schwimmen einladen und für den Wassersport und zum Angeln geeignet sind.

Die Route endet schließlich in Duruelo de la Sierra, von wo aus man zu den Gipfeln der Picos de Urbión aufsteigen kann. Hier warten wunderbare Landschaften wie die Quelle des Duero, wilde Kiefern- und Buchenwälder und Gletscherseen auf ihre Entdeckung. Und hier versteckt sich auch die berühmte Laguna Negra, die Machado in seinem Gedicht "La tierra de Alvargonzález" in dem Gedichtband Campos de Castilla verewigt hat.

 

Segovia

Bei der Weiterfahrt auf dieser viertägigen Tour für Literaturbegeisterte führt der Weg über die Ortschaften Prádena, Rádena, Roca zur Provinzhauptstadt Segovia, wo das Aquädukt von Segovia und anschließend das Antonio-Machado-Haus-Museum besichtigt werden können.

In diesem zum Museum umgestalteten Haus lebte Antonio Machado dreizehn Jahre. Von 1919-1932 diente die Pension dem Dichter während seiner Lehrtätigkeit in Segovia als Unterkunft. Heute ist dort eine Ausstellung über seinen beruflichen Werdegang zu sehen. Im Garten kann man die Reproduktion einer Büste Machados bewundern, die Emiliano Barral im Jahre 1920 schuf. Das Haus ist angefüllt mit Erinnerungen an den Dichter, darunter viele seiner Möbel, Dekorationsgegenstände und Bilder seines Lebens.

Cuesta de los desamparados, 5

Wohnhaus und Museum von Antonio Machado

Segovia  (Kastilien-León)

 

Casa-Museo de Antonio Machado
mit freundlicher Genehmigung von Red de Ciudades AVE