Das Teatro Real öffnet ein Fenster zum Himmel
Seit letztem September beleuchtet eine Projektion des Künstlers Jaume Plensa mit dem Titel Sky die Kuppel im Hauptsaal des Teatro Real. Die Lichtinstallation, die an Gemälde erinnert, mit denen die Kuppeln in der Antike geschmückt waren, können die Zuschauer beim Betreten des Saals bis zum Erlöschen der Lichter zu Beginn der Aufführung sehen und genießen.

Das Madrider Opernhaus wurde von dem Architekten Antonio López Aguado während der Herrschaft von Königin Isabella I. entworfen und 1850 eingeweiht. Das Gebäude, das nur einen Steinwurf von der Puerta del Sol entfernt liegt, war über 75 Jahre lang eines der führenden Theater Europas, bis es 1925 aufgrund von Baumängeln als zu unsicher eingestuft und für 41 Jahre geschlossen wurde. Im Jahr 1966 wurde es als Konzertsaal mit dem Spanischen Nationalorchester als Stammorchester wiedereröffnet und 1977 zum Nationaldenkmal erklärt. Nach umfänglichen Renovierungsarbeiten wurde das Teatro Real 1997 wieder zur Heimat der Madrider Opernszene.

Das Gebäude weist eine Kombination verschiedener architektonischer Stile auf. Das Kronjuwel des Theaters ist jedoch der 1 472 m² große Bühnenbereich. Er ist das Herzstück des Opernhauses und ermöglicht dank seiner 18 beweglichen Plattformen, die vielfältige Kombinationen sowohl auf der Bühne als auch im Orchestergraben zulassen, sehr komplexe Bühnenbildwechsel. Mit einer maximalen Kapazität von 1.958 Plätzen im Hauptsaal verfügt das Theater je nach Bedarf über 28 Logen auf den verschiedenen Etagen sowie über acht Proszeniumslogen und eine doppelhohe Royal Box.

Mehrere Säle des Theaters können für alle Arten von öffentlichen oder privaten Veranstaltungen angemietet werden. Dazu gehören der Manuel-de-Falla-Saal, der sich dank seines Designs mit einer hervorragenden Akustik besonders für Orchesterproben eignet; der Falla-Saal direkt über dem Eingang im zweiten Stockwerk besticht durch eine einzigartige Terrasse, von der aus man den Königspalast und die Gärten der Plaza de Oriente betrachten kann; die Säle Felipe V., Arrieta und Carlos III. sowie der angrenzende Tanzsaal sind in verschiedenen Farbtönen mit Elementen des Nationalen Erbes und des Prado-Museums dekoriert. Die Lampen wurden in der Real Fábrica de la Granja hergestellt. Der Gayarre-Saal, ein Mehrzwecksaal mit moderner Ausstattung, kann ideal für lyrische Konzerte und geschäftliche Veranstaltungen genutzt werden, die audiovisuelle Projektionen erfordern.
Am 10. Mai 2021 erhielt das Teatro Real die höchste Auszeichnung bei den prestigeträchtigen International Opera Awards. Als Opernhaus des Jahres wurde das Madrider Opernhaus sowohl für seine herausragende Arbeit in der Spielzeit 2019 als auch für seine bahnbrechenden Bemühungen um den Betrieb und die Rückkehr der Oper auf die Bühne trotz der Covid-19-Pandemie ausgezeichnet.
Das Theater bietet die folgenden Führungen an:
- Audioguides, auf Englisch oder Spanisch, mit dem das Theater in individuell festgelegtem Tempo besichtigt werden kann
- Führungen zur Theatergeschichte auf Englisch, Spanisch oder Französisch beinhalten den Besuch des Gebäudes aus dem Jahr 1850. Sie vermitteln interessante Fakten über die Architektur und die Ausstattung und gewähren Einblick in die Funktionsweise eines derartig großen Theaters.
- Bei einer technischen Führung hinter der Bühne kann man in die Welt der Bühnenmaschinerie eintauchen, vom komplexen Fliegersystem, über die beweglichen Podeste und Bühnenkonstruktionen bis hin zu den Installation der akustischen Hülle des Theaters.
- Gruppenbesichtigungen (Erwachsene und Schulklassen) für mindestens 15 Personen: allgemeine Besichtigungen, die eine Führung durch die öffentlichen Räume, die Säle, den Hauptsaal und andere historische Säle des Teatro Real beinhalten, oder gemischte Besichtigungen, um die Geheimnisse des Teatro Real bei einer einzigartigen Führung zu entdecken, die durch das Foyer, den Hauptsaal, die Probensäle und viele andere Orte führt.

Programm Spielzeit 2023/24
In der Spielzeit 23/24 zeigt das Teatro Real neun neue Produktionen und führt beliebte Titel wie Rigoletto von G. Verdi, Madama Butterfly von G. Puccini, Carmen von G. Bizet, Medea von L. Cherubini, Die Meistersinger von Nürnberg von R. Wagner und Luisa Fernanda von F. Moreno Torroba auf. Außergewöhnliche Werke wie The Human Voice von F. Poulenc und Erwartung von A. Schönberg in einem Doppelprogramm, die Operette Die Fledermaus von J. Strauss, Lear von A. Reimann, Die Passagierin von M. Weinberg, Halka von S. Moniuszko und Tenorio von T. Marco. Die Barockzeit wird durch Orlando von G. F. Händel, Il ritorno d'Ulisse in patria von C. Monteverdi und Dido and Aeneas von H. Purcell vertreten sein. Im Tanzprogramm sind das Ballet du Théâtre de Genève, das Spanische Nationalballett und das Münchner Opernballett mit La bayadère zu sehen.
