Ein Museum gegen die Zensur
2023 öffnete auf Initiative des katalanischen Unternehmers und Journalisten Tatxo Benet das Museu de l'Art Prohibit/Museum für Verbotene Kunst, eine Sammlung von Werken, die der Zensur, Streichungen und Angriffen unterworfen waren. Die Sammlung umfasst mittlerweile fast 200 Werke von Künstlern wie Francisco de Goya, Gustav Klimt, Pablo Picasso, Zoulikha Bouabdellah, Amina Benbouchta und Charo Corrales.

Sie will jedoch mehr sein als nur eine Dokumentation von Machtmissbräuchen, die künstlerische Freiheiten einschränken; es zeigt ein kreatives Potenzial, das in modernen Gesellschaften selten ist. Neben den Kunstwerken präsentiert das Museu de l'Art Prohibit auch Beispiele der sogenannten Massenkreativität, die sich in unzähligen Memes und Reaktionen manifestiert.
Zur Eröffnung des Museums öffnete die Casa Garriga Nogués im Herzen des Eixample-Viertels in Barcelona erneut ihre Türen. Die Räumlichkeiten dieses von Enric Sagnier i Villavecchia zwischen 1899 und 1901 erbauten Gebäudes schaffen eine seltene Nähe zwischen Besucher und Kunstwerk, die sonst in Museen kaum zu finden ist. Ziel des Museums ist es, Werke zu zeigen, die aus öffentlichen Ausstellungen verbannt wurden, um den Betrachtern die Möglichkeit zu geben, sich direkt mit ihnen auseinanderzusetzen.


Auf 2.000 Quadratmetern lädt das Museum zu einem Rundgang ein, der den provokanten Charakter der Sammlung ebenso vermittelt wie ihre ironische, reflektierende, bittere und befreiende, kritische und stärkende Seite. Digitale Hilfsmittel erweitern die Erfahrung und bieten Besuchern die Möglichkeit, die Zensurfälle auch virtuell zu durchschreiten und das Museum als digitalen Raum zu erleben.
Die Sammlung des Museu de l'Art Prohibit umfasst mehr als 200 Werke, die aus politischen, sozialen oder religiösen Gründen zensiert, verboten oder angeprangert wurden. Zu sehen sind Gemälde, Skulpturen, Drucke, Fotografien, Installationen und audiovisuelle Werke, die vor allem in der zweiten Hälfte des 20. und im 21. Jahrhundert entstanden sind. Zu den renommierten internationalen Künstlern zählen Ai Weiwei, Robert Mapplethorpe und Tania Bruguera. Ebenso zu sehen sind ikonische Werke wie "Abendländische und christliche Zivilisation" von León Ferrari und "Piss Christ" von Andrés Serrano, die beide heftige öffentliche Kontroversen auslösten. Auch Werke von Pablo Picasso, Francisco de Goya und Gustav Klimt, die selbst Opfer der Zensur wurden, sind Teil dieser einzigartigen Sammlung. Die Werke spannen einen Bogen von der Aufklärung bis in die heutigen neoliberalen Gesellschaften, vom 18. bis ins 21. Jahrhundert.
Tatxo Benet, geboren 1957 in Lleida, erweitert seine Sammlung kontinuierlich und macht sie der Öffentlichkeit zugänglich.

