Fabada, den typischen Bohneneintopf Asturiens muss man probiert haben

Neues Aus Spanien

Turespaña

Februar 2024

Oviedo - Spaniens Gastronomiehauptstadt 2024

Seespinne, dicke Bohnen und Apfelwein

 

Oviedo, die Hauptstadt von Asturien, und Spaniens Gastronomiehauptstadt 2024 zelebriert in diesem Jahr ihre variantenreiche Gastronomie unter dem Motto: Eine Küche, die begeistert. Besucher der Stadt erwartet aus diesem Grund ein umfangreiches kulturelles Programm mit besonderen gastronomischen Angeboten. 

Das Logo der diesjährigen spanischen Gastronomiehauptstadt Oviedo
Ayto. Oviedo

Das dampfende deftige Eintopfgericht aus den berühmten asturischen weißen Bohnen passt wunderbar bei den winterlichen Temperaturen. Auch nach der ausgiebigen Wanderung durch eine der herrlichen Naturlandschaften Asturiens, sei es im Hochgebirge der Picos de Europa oder den dichten Wäldern und Mittelgebirgsregionen der Naturparks wie Somiedo, ist ein Teller des Nationalgerichtes Fabada stets willkommen.

Als Nachtisch oder Zwischenmahlzeit lässt man sich gerne eine der mehr als 50 Käsesorten Asturiens schmecken, wobei Wanderer in den Picos es nicht versäumen sollten, einer der hochgelegenen Höhlen, wo der Cabrales-Käse bis zur Perfektion heranreift, einen Besuch abzustatten. Und natürlich darf bei all den herzhaften Leckerbissen ein Glas Sidra, der typisch asturische Apfelwein nicht fehlen.

Der Variantenreichtum der Gastronomie und ihrer traditionellen Produkte ist eines der bedeutendsten Aushängeschilder der Region im Grünen Norden Spaniens. Berühmt ist die Küche Asturiens vor allem aufgrund ihres hohen Qualitätsanspruches, eine Gastronomie, die die Innovation der Autorenküche mit den überlieferten Traditionen, stets auf der Basis ihrer lokalen Produkte,  verbindet. Nicht von ungefähr wurde das Qualitätssiegel der „Mesas de Asturias“ gegründet mit einer Vielzahl von unter dieses Siegel fallenden Restaurants im ganzen Land. Oder der Club der Guisanderas mit Spezialisten aus dem Gaststättenbereich, deren Motto es ist, dass die Küche der Zukunft in den Rezepten der Vergangenheit ruhe.

Camilo de Blas, einer der traditionsreichen Feinkostläden Oviedos
Ayto. Oviedo

Und so steht die Gastronomie, der überall im Land einen hohen Stellenwert eingeräumt wird, in diesem Jahr insbesondere in Oviedo an erster Stelle, wurde die Hauptstadt des alten Fürstentums doch zur spanischen Gastronomiehauptstadt 2024 gewählt. Ihrer gastronomischen Vielfalt verdankt es die Stadt, dass die spanische Vereinigung der Tourismusjournalisten in Zusammenarbeit mit dem Verband des spanischen Gastgewerbes sie in diesem Jahr vor die Mitbewerber Alicante, Antequera  und Castellón wählte. Am 26. Januar konnte der Bürgermeister Oviedos den Titel offiziell von Cuenca, der Gastronomiehauptstadt 2023, übernehmen.

Oviedo in der Abenddämmerung
Juan de Turi. Mit freundlicher Genehmigung Ayto. Oviedo

Oviedo, das sich vor allem als „Ursprung des Camino“ des bis heute existierenden Camino Primitivo, dem ursprünglichen Jakobsweg, präsentiert, möchte dieses Jahr im Zuge der Nominierung vor allem der regionalen Gastronomie, der Vielfalt und Qualität der traditionellen heimischen Produkte, den heimischen Gastwirten und der Hotellerie Respekt zollen und in den Fokus rücken, nicht ohne ein besonderes Augenmerk auf die Nachhaltigkeit mit der Förderung der sogenannten 0 km-Produkte zu legen.

Uraltes Ziel der Jakobspilger: Die Kathedrale El Salvador
Mampiris. Mit freundlicher Genehmigung Ayto. Oviedo

Was könnte sich für den Besucher der Stadt besser eignen, um einen ersten Eindruck vom gastronomischen Angebot einer Stadt oder einer Region als ein Besuch der Markthalle oder der einheimischen Märkte? Im Fall von Oviedo befindet sich die Markthalle auf der Plaza del Fontón, die zum Ende des 18. Jahrhunderts von Francisco Pruneda y Cañal auf einer einstigen Lagune inmitten der Altstadt errichtet wurde. Das Gebäude selbst mit seiner typischen Eisenstruktur wurde im Jahr 1885 eingeweiht. 

Die Markthalle und die zahlreichen Stände im Freien, an denen von Fleisch, Fisch und Käse über Obst, Gemüse bis hin zu kunsthandwerklichen Produkten alles zu finden ist, belebt sich vor allem an den eigentlichen Markttagen Donnerstag und Samstag, wenn die Bauersfrauen wie seit eh und je aus der Umgebung in die Stadt kommen, um ihre Produkte zu verkaufen. Eine Bronzeskulptur ganz in der Nähe zeugt von dieser Tradition.

Die gemütliche Plaza del Fontón mit ihren hübschen, bunten Häusern und die angrenzende Plaza de Daoíz y Velarde mit dem herrlichen, sich in Privatbesitz befindlichen Palacio del Marqués de San Feliz gehören zu den schönsten Winkeln im Herzen der Altstadt. Wer hier und nahe des Arco de los Zapatos über den sogeannten Bulevar de las Flores mit seinen Blumenständen schlendert, findet eine Vielzahl der typischen, traditionellen asturischen Produkte, immer eines der schönsten Mitbringsel für zuhause.

Am Mercado El Fontón auf der Plaza Daoiz y Velarde mit dem Traditionsrestaurant Casa Ramón
Mampiris. Mit freundlicher Genehmigung Ayto. Oviedo

Asturiens Nationalgetränk Sidra

Und dann gibt es noch einen anderen bekannten Boulevard, den „Bulevar de la Sidra“. Genauer gesagt ist das die Calle Gascona, benannt nach den zahlreichen Pilgern aus der französischen Gascogne, die sich einst dort niederließen. Hier befinden sich zahlreiche Sidrerías und Chigres, wobei heute die Sidrerías zum größten Teil die einstigen Chigres abgelöst haben. Die Chigres waren früher dafür berühmt, dass dort nicht nur der Apfelwein mundete, sondern in feuchtfröhlicher Runde auch gerne Volkslieder „cancios“ gesungen wurden.

In den Sidrerías und Chigres lässt sich das berühmte „Escanciado“, das Einschenken der Sidra, in hohem Bogen aus der über dem Kopf  gehaltenen Flasche über den Rand des speziellen, leicht schräg und nach unten gehaltenen Sidra-Glases erleben. Diese Methode des Einschenkens der Sidra gibt es nur in Asturien. 22 Apfelsorten werden für das asturische Nationalgetränk verwendet, wobei nur drei Sorten die Herkunftsbezeichnung besitzen. Hier in Oviedo findet auch die jährliche „Preba de la Sidra“, die Sidra-Kostprobe, in diesem Jahr in der ersten Junihälfte, statt, wo die beste Sidra gekürt wird.

Im Sidra-Museum in Nava, Asturien
Turespaña

Am Abend begibt man sich am besten in die „Oberstadt“. Rund um die Calle Valentín Masip befindet sich eine Vielzahl an gehobenen Lokalen, Gourmet-Restaurants und Bars für ein gelungenes Abendessen. Oviedo behauptet von sich, dass auf je 120 Einwohner rund 1 Restaurant kommt. Wenn man es genau nehmen will, käme da bei rund 216.000 Einwohnern eine stattliche Anzahl zusammen. Wie dem auch sei, ein großer Teil der Restaurants, Cafés, Bars, Chigres, Sidrerías, Konditoreien, Gourmetläden, etc. beteiligt sich am Programm zur diesjährigen Gastronomiehauptstadt mit Show-Cookings, dem Angebot spezieller Degustationsmenüs, der Verkostung typischer Produkte, Kochkursen, Workshops, Vorträgen und vielem mehr.

Wer in diesem Jahr für den Abend einen außergewöhnlichen Rahmen sucht, dem bietet das Programm der Gastronomiehauptstadt exklusive Abendessen in besonderen Räumlichkeiten. Die von den besten Köchen Oviedos zubereiteten Menüs werden in historischer und kultureller Umgebung, wie Theatern, Museen oder Palästen, immer dem besonderen räumlichen Rahmen angepasst, serviert. 

Gastronomie-Routen durch die Stadt

Wer möchte kann sich in diesem Jahr, ebenso im Rahmen des Programms der Gastronomiehauptstadt auf verschiedene geführte gastronomische Routen durch die Altstadt machen, in deren Rahmen auch Produktverkostungen angeboten werden. Eine der Routen führt auf die Spuren des Romans "La Regenta" des bekannten heimischen Schriftstellers Leopoldo Alas Clarín. Die Route führt auch geschmacklich zurück die Vergangenheit mit den typischen Tapas aus dem 19. Jahrhundert, die verschiedene Gaststätten entlang der Route anbieten. 

 

Der Pote Asturiano aus Oviedo, ein weiteres typisches Eintopfgericht der Stadt
Ayto. Oviedo

Asturien, die Region der 50 Käsesorten

Den Auftakt zum Jahresprogramm machte bereits Mitte Januar ein Event im Auditorium Principe Felipe de Oviedo, der die Verkostung einer der bekanntesten Käsesorten, des Afuega l‘  Pitú in den Mittelpunkt stellte. In jedem Monat dieses Jahres wird ein anderer berühmter asturischer Käse im Fokus einer Veranstaltung stehen, mit Verkostungen von seiten der jeweiligen Produzenten, Show-Cooking bekannter Köche , etc.. Der Pitú selbst ist ein Kuhmilchkäse, der durch seine Topfform auffällt oder aber an die Form eines Kürbisses erinnert. Oft kommt er rot gefärbt mit Paprika daher.

Zu den Top Vier der Käsesorten gehören neben dem Cabrales, jenem kräftigen Blauschimmelkäse aus den Reifungshöhlen der Picos de Europa, der aus Kuh-, Schaf- und/oder Ziegenmilch hergestellt werden kann, und dem genannten Pitú, der Gamonéu und der Casín. Der Gamonéu ist ebenfalls ein kräftiger Käse aus Ziegen-, Schafs- und Kuhrohmilch, der sich durch einen leicht geräucherten Geruch auszeichnet. Auch der runde, nach der Rinderart Casina benannte Casín mit seiner gerippten Rinde ist ein Käse, der aus den drei verschiedenen Milchsorten hergestellt werden kann, dessen Basis aber die Milch jener Rinderart aus der Region um den Ort Caso ist. Die vier genannten Sorten besitzen jeweils eine Herkunftsbezeichnung, wobei ein weiterer Käse, der Beyos aus den Gemeindebezirken Ponga und Amieva eine geschützte geographische Angabe (IGP) auszeichnet.

Aus den Bergen der Picos de Europa: Der kräftige Cabrales Käse
Turespaña

Asturien - Eine Küche zwischen Bergen und Meer

Neben dem Käse und der Fabada, dem bekannten Bohneneintopf, den jeder, der Asturien besucht, einmal probiert haben sollte, kommt  kein Fleischliebhaber vorbei an den hervorragenden Fleischgerichten der Region. Allen voran und absolut in Mode ist momentan der Cachopo. Ähnlich unserem Cordón Bleu, aber natürlich aus bestem asturischen Kalbfleisch zubereitet und mit asturischem Käse gefüllt. Das asturische Rindfleisch mit geschützter Herkunftbezeichnung „Ternera Asturiana“ ist in ganz Spanien beliebt und gefragt. Die Tiere wachsen im Tal oder im Gebirge auf saftig grünen Weiden und Almen in Freiheit auf und sind zwischen 12 und 18 Monate alt, wenn sie geschlachtet werden. Ihr Fleisch ist berühmt dafür besonders zart und sehr schmackhaft zu sein.

Weiden in Freiheit zwischen Bergen und Meer in Asturien
S. Frentiu

Nahezu genauso geschätzt und bekannt ist das Cochu asturcelta, die dunkle asturische Schweinart, aus deren Fleisch Spezialitäten wie der Chosco de Tineo (ein Gericht aus Zunge und Kopffleisch), die Wurstsorte Longaniza de Avilés, Moscancia (eine Blutwurstart), Sabadiego (eine Chorizoart mit Blutwurst), Butiello (Rippchen), Emberzao (eine in Kohl gewickelte Blutwurst), Andoya aus der Lende und viele weitere Köstlichkeiten für Fleisch- und Wurstfans zubereitet werden.

Asturien ist eine Region aus Gebirge mit saftigen, grünen Weiden, in der das Meer aber fast nie ferne und nahezu von überall zu spüren ist. So bietet auch die Küche zahlreiche Köstlichkeiten aus dem Kantabrischen Meer. Am Meer zu sitzen, die auf den Wellen schaukelnden bunten Fischerboote zu betrachten, die salzige Seeluft zu riechen und zu schmecken und eine Portion „Andaricas“ oder Napfschnecken zu bestellen, beschert echtes Urlaubsgefühl. Dazu schenkt der Wirt mit elegantem Schwung die Sidra ins Glas. Spätestens dann weiß man, dass man sich in Asturien befindet. Die kleinen Fischer- und Urlaubsorte an der Küste mit ihren bunten Häusern, die sich, wie in Cudillero oder Llastres, die Hügel hinaufziehen, oder sich idyllisch entlang der Bucht mit ihren Fischerhäfen aufreihen, tun ihr Übriges dazu.

Am Fischerhafen in Cudillero, Asturien
Turespaña

Und wenn man einmal an einer der Fischauktionen, einer Rula, teilgenommen hat, bekommt man den ersten Eindruck vom reichen Angebot, das das Kantabrische Meer zu bieten hat. Ob Merluza – Seehecht – ob als Pincho oder mit Pisto de Tomate auf vielfältige Weise in den Restaurants zubereitet, ob Sardinen, Makrelen, Petersfisch, Seeteufel oder Drachenkopf, oder aber die hervorragenden Meeresfrüchte, wie der Taschenkrebs oder die Seespinnen, die Auswahl ist riesengroß. Viele der Arten haben in Asturien ihre ganz ureigenen Namen, wie eben die Krabben, die bereits erwähnten „Andaricas“.

Typisch Asturien: Seehecht in Apfelwein
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Zum Abschluss etwas Süßes

Nicht zu vergessen die reiche Auswahl an Süßspeisen, wobei wir uns vom Meer zurück in die Gastronomiehauptstadt begeben. Ein „Carbayon“, das bezeichnet nicht nur eine große Eiche auf asturisch, sondern auch die Einwohner Oviedos nach der Geschichte eben einer solchen, einst gefällten Eiche im Stadtgebiet, an die noch heute eine Gedenktafel erinnert. Und es bezeichnet das bekannteste Süßgebäck der Stadt aus Mandeln, Blätterteig, Eigelb und Zucker.

Carbayones, das typische Gebäck aus Oviedo
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Sehr typisch, und in ganz Asturien beliebt, sind auch die Frixuelos, Crêpes mit unterschiedlichen Füllungen aus Hasel- oder Walnüssen, Zucker und Anis, die „Casadielles“ heißen. In Asturien wird als Nachspeise auch sehr häufig Milchreis angeboten. Und Schokomäulchen sollten einmal „Moscovitas“ probieren, ein Gebäck aus Schokolade und gemahlenen Marcona-Mandeln.

In Zusammenarbeit mit der Gilde der Konditoren und Patisserien der Stadt werden in gewissen Zeiträumen in diesem Jahr die typischen Süßspeisen der Stadt zu Sonderpreisen angeboten. Daneben beinhaltet das Jahrsprogramm auch verschiedene Backworkshops. Und am Karnevalsdienstag kann man die Postres de Antroxu, wie der Karneval hier heißt, probieren. 

 

Im Februar zum Karneval: Leckere Antroxu-Nachspeisen
Ayto. Oviedo

Umfangreiches Jahresprogramm

Neben den im Text genannten Programmpunkten, die im Rahmen der Gastronomiehauptstadt Oviedo 2024 in diesem Jahr veranstaltet werden, seien hier einige mehr aufgezählt: 

Internationaler Markt verschiedener Produzenten von Rohmilchkäse aus Spanien, Italien, Frankreich und Portugal auf der Plaza de Trascorrales.

Während der alljährlichen Modewoche in Oviedo bieten Bars und Restaurants exklusive Cocktails mit Bezug auf die Welt der Mode

Erstes nationales Treffen der Marken mit Herkunftsbezeichnung

Cheese Champions Experience im November mit den besten ausgezeichneten Käsesorten der Welt

Gastrolibros. Eine neuartige Buchmesse, spezialisiert auf Bücher aus der Welt der Gastronomie

Verkostungen und gastronomische Workshops im Rahmen von Festen, wie dem Karneval, der Karwoche, dem Patronatsfest San Mateo und verschiedenen weiteren Stadtfesten.

Hinzu kommen Kongresse, Vorträge und viel Kultur, u.a. Konzerte, Straßenfeste oder Ausstellungen. 

In Kürze wird dazu eine speziell zum Gastronomiejahr erscheinende Internetpage der Stadt lanciert: https://oviedocapitalgastro.com/ 

Ein Städtetrip nach Oviedo oder ein Urlaub in Asturien könnten in diesem Jahr nicht nur für Gourmets ein absoluter Tipp sein, denn die Natur und das kulturelle Angebot sind mindestens genauso vielseitig wie die Küche des Landes.

Informationen zur spanischen Gastronomiehauptstadt Oviedo unter: https://www.visitoviedo.info/ und https://www.spain.info/de/reiseziel/oviedo/; zu Asturien unter: https://www.turismoasturias.es/de/ und https://www.spain.info/de/region/asturias-provinz/

sowie zum Programm der Gastronomiehauptstadt 2024: https://oviedocapitalgastro.com/