Blick auf Málaga vom Mirador Gibralfaro

Neues aus Spanien

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Juli-August 2024

Sommer in Málaga – Eine Stadt und das Wasser

Málaga, die Hauptstadt der Costa del Sol erfreut sich wachsender Beliebtheit, bei Besuchern und als Standort moderner Technologie-Unternehmen. Da ist in Zeiten des Klimawandels ein kluges Wassermanagement von unschätzbarer Bedeutung.

 

Ein Sommer- (und Strand-)Urlaub in der Stadt

Warum nicht einmal einen Sommerurlaub in der Stadt verbringen? Wie etwa in Málaga, an der Hauptstadt der Costa del Sol. Hat man hier doch alles gleich beisammen: ein tolles Strandleben mit einem umfangreichen Sportangebot, jede Menge Kultur, eine hervorragende Gastronomie, Einkaufsmöglichkeiten und ein abwechslungsreiches Programm für die Abende. Und man ist mittendrin im authentischen spanischen Alltagsleben.

Ausblick auf Málaga mit seiner Festung, Kathedrale und dem Rathaus
Malága City Tourist Board

Es ist heiß in der Stadt, in der sowieso ganzjährig die Sonne zu regieren scheint. An den wunderbaren goldgelben Stränden geht es lebhaft zu. Die zahlreichen „Chiringuitos“, die urigen Fischlokale, die sich an den Stränden entlangreihen, locken mit ihrer Spezialität, den leckeren „Pescaítos“ und „espetos“, knusprigen, in Öl gebratenen Sardinen am Spieß, einem kühlen Bier, „Tinto de Verano“ und Sangria. Bis spät in den Herbst hinein, lassen sich die gut 14 km langen Strände Málagas genießen.

Leckere Espetos - Sardinenspieße locken in den Chiringuitos an der Playa Misericordía
Malaga City Tourist Board

Abends bieten die Restaurants an der seit gut einem Jahrzehnt geöffneten Muelle Uno, einer Shopping- und Gastronomiemeile am Hafen von Málaga, tolle Ausblicke, Unterhaltung und ein hervorragendes gastronomisches Angebot. Überhaupt macht es einfach Spaß entlang der kilometerlangen palmenbestandenen Promenade Málagas zu schlendern mit Blick auf die Strände und das Meer auf der einen und die eleganten historischen Gebäude auf der anderen Seite.

Schlendern unter Palmen - hier an der Muelle 1
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Strände satt

Strände gibt es in Málaga sprichwörtlich wie Sand am Meer. Neben dem bei Familien beliebten Strand von La Malagueta, der am Hafen von Málaga beginnt, und dem idealen Strand für Sportler La Caleta im Anschluss, hat man die Qual der Wahl. Denn die mit Stränden besetzte Küste der Stadt zieht sich bis hinüber zu den Stränden von El Palo oder El Pedregalejo, bis zu recht ruhigen Stränden wie den durch eine Felszunge zweigeteilten Strandabschnitt Peñon del Cuervo, der Playa Fábrica del Cemento  und ruhige, sich schon etwas außerhalb des Stadtzentrums befindliche langgestreckte Strände wie der am Golfplatz San Julián gelegene oder der Sacaba Strand.

Strand Playa La Malagueta
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Eine Stadt der Museen, zum Shoppen und gastronomischen Genuss

Wer sich einmal in kühlere Räumlichkeiten zurückziehen möchte, dem sei ein Museumsbesuch in der Stadt an Spaniens Sonnenküste unbedingt angeraten. Kaum eine spanische Stadt hat sich in den vergangenen Jahren so verändert, was die Anzahl seiner Museen angeht, wie Málaga, nicht zuletzt hat dazu der berühmteste, hier geborene Künstler, eines der größten Genies der Bildenden Kunst des 20. Jahrhunderts, Pablo Picasso beigetragen.  

Blick vom Gibralfaro-Hügel auf die Muelle 1, den Hafen und den "Würfel" des Centre Pompidou
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So verfügt Málaga neben seinem Geburtshaus und dem ihm gewidmeten Picasso Museum über mehr als 40 Museen aus den Bereichen der Kunst, Technologie, Musik, Wein und Gastronomie, Automobile und Mode. Wie das Carmen Thyssen Museum, das Centre Pompidou, das Automobil und Mode Museum, das Zentrum für Zeitgenössische Kunst (CAC) oder die Sammlung des Russischen Museums Sankt Petersburg, um nur einige wenige zu nennen. 

Eine grüne Stadt

Und selbst wer die Natur sucht, kommt in und um Málaga voll auf seine Kosten. Málaga zeigt sich als grüne, blühende Stadt, mit Garten- und Parkanlagen, mit blühendem Hibiskus, Bougainvillea, Jacarandabäumen und Oleander. Zum Beispiel bei einem frühmorgendlichen Spaziergang durch den duftenden Pinien- und Eukalyptuswald den Hang hinauf zur Burg Gibralfaro, durch den subtropischen, Palmen bestandenen Botanischen Garten La Concepción oder ein Bummel durch die Gärten Puerta Oscura und Pedro Luis Alonso.

Blühende Jacarandabäume in der Park- und Gartenanlage Pedro Alonso
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Und in der nahen Umgebung warten die „grünen Lungen“ der Stadt für Aktivtouristen oder einfach nur für einen Ausflug von Stadt und Strand ins Grüne.  Wer Málaga von einem seiner Aussichtspunkte genießt, von der Burg Gibralfaro etwa, dem stechen sogleich das Meer mit seinem Hafen und die Stierkampfarena, aber auch die grüne Umgebung, in die die Stadt eingebettet ist, ins Auge. Die wunderbare Berglandschaft der Montes de Málaga, aber auch die zahlreichen mediterranen Waldparks innerhalb der Stadtgrenzen verleihen Málaga einen herrlichen grünen Anstrich. Da sind beispielsweise die mediterranen Waldgebiete, wie Monte Vitoria gleich nebenan, La Concepción im Anschluss an den gleichnamigen Botanischen Garten oder El Morlaco nahe dem Meer und der Strandpromenade. 

Ein Teil der "grünen Lungen" Málagas - Die Montes de Mälaga
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Da ist der riesige Waldpark Ciudad de Málaga ganz im Norden der Stadt mit zahlreichen Wanderwegen, Quellen, Wasserläufen und den sehenswerten Ruinen eines einstigen Landgutes.  Oder aber das Naturgebiet der Mündung des Guadalhorce, das wie eine große Insel von den beiden Flussarmen des Guadalhorce umgeben wird. Eine Naturregion, die zahlreichen Tieren und Pflanzen Heimat bietet. Und etwas weiter entfernt warten Wandergebiete wie die bizarre Felsenlandschaft des Torcal oder der abenteuerliche „Caminito del Rey“ in den Felswänden der tief eingeschnittenen Gaitanes Schlucht, Desfiladero de los Gaitanes.  

Ein Ausflug aus der Stadt ins Abenteuer: Die Hängebrücke am Caminito del Rey
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Málaga - Wasser für alle

Dank des Guadalhorce Flusses und seines Stauseesystems, der Naturumgebung und vor allem aufgrund eines klugen Wassermanagements gehört Málaga in Spanien zu den Städten, die so gut wie kein Wasserproblem auch den Sommer hindurch haben. Schon frühzeitig wurden Ideen und Projekte zu einem intelligenten Wassermanagement umgesetzt. So geht die Verwaltung der Wasserversorgung Málagas bereits auf das 19. Jahrhundert zurück. 1876 wurde die Compañia de Aguas de Torremolinos gegründet. Das Wasser der Stadt wurde damals aus den Quellen von Torremolinos bezogen und die reichlich vorhandenen Grundwasservorkommen in der Region genutzt. 1913 wurde die Wasserversorgung für Málaga kommunalisiert.

Die Ausdehnung der Stadt in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts machte die Konzeption eines neuen Versorgungs- und Verteilungssystems erforderlich mit einer umfangreichen technischen und verwaltungstechnischen Komplexität. Ab 1942 musste der jetzt städtische Dienst den Bedarf einer Bevölkerung decken, die sich innerhalb eines Vierteljahrhunderts auf mehr als eine halbe Million Einwohner zu Beginn der 1980er Jahre verdoppelte.

Málaga von oben gesehen - Blick auf Hafen und Stadt
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1970 schließlich wurde dem Stadtrat ein Projekt vorgelegt, das auf der Idee gründete, ein kommunales Wasserunternehmen zu gründen, das die angewandte Wasserbewirtschaftung für die Versorgung, Aufbereitung und Abwasserentsorgung als Prozesse in einem integrierten Wasserkreislauf betrachtet. 1985 wurde die EMASA gegründet, ein privat-kommunales Unternehmen, mit größtmöglicher Verwaltungsautonomie, wobei gleichzeitig die Kontrolle durch die Stadtverwaltung gewährleistet ist. Das Unternehmen nahm 1987 seine Tätigkeit auf und verstand sich von Anfang an nicht nur als reines Wasserversorgungsunternehmen, sondern als integrales Unternehmen für die Bewirtschaftung des Wasserkreislaufs.

In den folgenden Jahren wurden verschiedene Projekte zur Verbesserung des Versorgungs-, Verteilungs- und Abwassernetzes durchgeführt. Dazu gehörten der Bau des Staudamms von Pilones, mit dem die Abflüsse aus den Stauseen von Guadalhorce umgeleitet wurden; weitere Arbeiten, die es ermöglichten, das Hauptnetz von Málaga mit dem Staudamm von La Viñuela zu verbinden; die Installation einer Leitung, die die Versorgungsnetze der Westküste und von Málaga miteinander verbindet, so dass eine doppelte Versorgung möglich ist, entweder mit Wasser aus dem Staudamm von La Concepción in Río Verde oder mit Wasser aus Málaga für die Gemeinden der Küste. 

Das Mündungsgebiet des Guadalhorce Flusses, eines der bedeutenden natürlichen Wasserreservoirs Málagas
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Ab 1990 erweiterte die EMASA ihre Aufgaben um die Verwaltung der Kanalisation und die Abwasserbehandlung. Verschiedene Kläranlagen wurden eingeweiht, darunter die Kläranlage von Guadalhorce mit neuen Verfahren zur Abwasserreinigung und Schlammbehandlung, heute eine der größten Kläranlagen Spaniens.

Zu Beginn des 21. Jahrhunderts stellte sich EMASA den neuen Herausforderungen, die der technologische Fortschritt im Wassersektor mit sich brachte, um die Prozesse zu verbessern und die Dienstleistungen zu erweitern. Zu diesem Zeitpunkt hatten sich die Verteilungsnetze der Stadt bereits von 500 Kilometern in den 1990er Jahren auf das Doppelte im darauf folgenden Jahrzehnt vergrößert; im März 2005 wurde die große Entsalzungsanlage Atabal eingeweiht, eine Anlage, die die Wasserqualität der Stadt auf ein bis dahin unbekanntes Niveau anhob. Málaga verfügt heute über hervorragendes Trinkwasser direkt aus dem Wasserhahn. 

2007 wurde die thermische Trocknungsanlage in der Kläranlage von Guadalhorce in Betrieb genommen, eine bahnbrechende Einrichtung für die Beseitigung und Behandlung von Klärschlamm, die darüber hinaus die nachhaltige Verwertung des Schlamms mit der Gewinnung eines Nebenprodukts verbindet, elektrische Energie. 2010 wurde in der Kläranlage von Guadalhorce eine Tertiär- und Ultrafiltrationsanlage in Betrieb genommen, die fortschrittliche Verfahren zur Regenerierung von behandeltem Wasser für dessen Wiederverwendung für bestimmte Zwecke integriert.

Am Stausee des Guadalhorce
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Die EMASA (Empresa Municipal Aguas de Málaga) ist nach eigenen Aussagen bestrebt, stetig neue Technologien einzusetzen und dabei besonderen Wert auf die Erhaltung der Umwelt zu legen.  Das Unternehmen versorgt derzeit eine Bevölkerung von etwa 600.000 Menschen und betreibt momentan drei Trinkwasseraufbereitungsanlagen (El Atabal, Pilones und El Limonero), drei Kläranlagen (Guadalhorce, Peñón del Cuervo und Olías), den Staudamm El Tomillar, die Trinkwasserentnahme am Aljaima-Wehr, 32 Abwasserpumpstationen und weitere 150 Infrastrukturen wie Reservoirs, Hebewerke und Trinkwasserbrunnen. Außerdem unterhält sie 1.800 Kilometer Versorgungsnetze, 2.000 Kilometer Abwassernetze und weitere 80 Kilometer Entwässerungsnetze.

Das Unternehmen sieht sich als Vorbild und beteiligt sich aktiv an den hydrologischen Planungsprozessen des andalusischen Mittelmeerbeckens und den kollegialen Gremien für Wasserplanung und -management in Andalusien. Ihm obliegt heute das Management und die Verwaltung des gesamten Wasserkreislaufs im Gemeindegebiet von Málaga. D.h. die Gewinnung der erforderlichen Wasserressourcen, ihre Verteilung, Reinigung, Entsalzung, Versorgung bis zur Entsorgung und Ableitung des verbrauchten Wassers bzw. der eventuellen Wiederverwendung des behandelten Wassers. Die Investitionen in nachhaltige Maßnahmen zur Verbesserung der Wasserbewirtschaftung betrugen im Jahr 2020 insgesamt 3,1 Millionen Euro. Pro Tag liefert das Unternehmen durchschnittlich 2.000 l/s Wasser, das in 56 Tanks in der ganzen Stadt gespeichert und über ein fast 2.000 km langes Versorgungsnetz an die Bevölkerung verteilt wird. Um sicherzustellen, dass auf dem Weg dorthin kein Wasser verloren geht, werden jährliche Lecksuchprogramme durchgeführt. Zusätzlich soll das Netz in Zukunft mit Sensortechnik ausgestattet werden, um Wasserverluste zu erkennen und vorherzusagen, bevor sie auftreten. Daneben liegt ein Masterplan für industrielle Cybersicherheit zum Schutz der eigenen Kontrollsysteme vor und jährliche Kampagnen zur Sensibilisierung und Umwelterziehung richten sich an Schulen und die breite Öffentlichkeit. So ist auch der Besuch eines Teils der Anlagen möglich. 

Ein kluges Wassermanagement bleibt auch in Zukunft hoch bedeutsam für die Stadt und ihre Umgebung, die sich auch heute noch immer wachsender Beliebtheit erfreut, sowohl in touristischer Hinsicht als auch als Standort moderner Technologieunternehmen. So haben sich in den vergangenen fünf Jahren (2019-2023) rund 90 internationale Unternehmen, insbesondere aus dem Software- und Telekommunikationsbereich in der Stadt niedergelassen.    

Detaillierte Informationen zum Urlaub in Málaga unter: https://visita.malaga.eu/de/; https://www.spain.info/de/reiseziel/malaga/

Zum Wassermanagement der Stadt unter: www.emasa.es .