Sonnenuntergang im Teide Nationalpark auf Teneriffa

Neues Aus Spanien

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Oktober 2024

Inselhopping für Wanderfans

Fernwandern auf den Kanaren

Noch ist es Herbst, für viele Wanderlustige die beste Zeit des Jahres, um ihrem Hobby zu frönen. Aber dann kommt der lange Winter und die Ziele für Wanderer werden in Europa erst einmal rar. Wenn da nicht die Kanaren wären. Und ein Fernwanderweg, der es in sich hat.

Eigentlich ist der GR 131 nur der kleine Teil eines europäischen Fernwanderwegs, der den Balkan mit Portugal über Slowenien, Italien, Frankreich und Spanien auf mehr als 5.000 Kilometern verbindet. Und der dann zum Schluss einen Sprung auf die Kanarischen Inseln macht. Der GR 131 ist Teil des Fernwanderweges E7 und überzieht auf rund 500 Kilometern das Archipel der Kanaren, auf Wegen, die bereits die Ureinwohner der Inseln, die Guanchen einst nutzten, wenn sie ihre Heimat durchquerten. So heißt der Trail dann auch auf vielen Inseln und bei verschiedenen Anbietern Camino de los Guanches oder Camino Natural.

Es sind fantastische Landschaften, die die Wanderer hier auf den Kanaren durchschreiten, von den sandigen Wüsten und Malpaís-Gegenden Fuerteventuras über spektakuläre Mondlandschaften aus Vulkanen auf Lanzarote und La Palma bis hin zu Gipfeln, hohen Bergen und immergrünen Lorbeer- und einmaligen Urwäldern wie auf Gran Canaria, Teneriffa und La Gomera oder windzerzausten Hochebenen und wilden Küstenwegen wie auf El Hierro. Der GR 131 umfasst zwischen 3 und 9 Etappen auf den jeweiligen Inseln, die beliebig verkürzt oder auf mehr Tage aufgeteilt werden können.

Der Tafelberg Fortaleza von Chipude auf La Gomera
Alex Bramwell Lex Thoonen - Turismo Canarias

Wandern durch stille Mondlandschaften auf Lanzarote

Auf Lanzarote fällt es nicht schwer, sich in der Stille zwischen den Vulkanen zu verlieren. Es scheint eine unwirkliche Welt, die einen hier umgibt und nicht selten hat man das Gefühl, allein zu sein auf dieser Erde. Man hört kaum einen Laut, nur die eigenen Schritte auf dem dunklen, steinigen und manchmal auch unangenehmen Vulkangestein. Gute Wanderschuhe sind hier das Ah und Oh, auf dem Fernwanderweg, den niemand leicht nehmen sollte. Die Etappen auf einigen Inseln sind oft lang und man hat einiges an Höhenmetern zu überwinden. Je nach Lichteinfall glänzen die Vulkanberge Lanzarotes in allen möglichen Farben, grün, lila, ocker, rot.  Von Norden nach Süden erschließt der Camino Natural (GR 131) die einmalige Vulkaninsel von Órzola aus bis Playa Blanca auf 71 Kilometern, eingeteilt auf fünf beeindruckende Etappen.

 

Vom kleinen Hafen von Órzola aufbrechend, von wo man die hübsche vorgelagerte sandige Insel La Graciosa erreichen kann, ist diese erste Etappe geprägt von der sogenannten Landschaft der, für die Kanaren und insbesondere Lanzarote und Fuerteventura typischen Malpaíses  und  dem mächtigen Kegel des Corona-Vulkans. Fragmentiertes Vulkangestein prägen die Malpaís-Landschaften, karge Vegetation und immer wieder kann man Lavaströme, Vulkankegel oder andere Formationen aus erkalteter versteinerter Lava ausmachen.

Die Landschaften des Malpaís nach dem Start in Órzola
Julio González - Turismo Canarias

Haría, das Tagesziel der ersten Etappe ist ein hübsches, blumengeschmücktes Dörfchen mit einer schönen Plaza und den typischen kanarischen Häusern mit Holzbalkonen. Hier begegnen wir auch gleich dem berühmtesten Sohn der Insel, Cesar Manrique. In Haría befindet sich sein ehemaliges Wohnhaus, heute Museum.  

Teguise, San Bartolomé, Uga, Yaiza, Las Breñas oder Playa Blanca gehören neben weiteren zu den Ortschaften, die die Fernwanderer durchqueren.

Bezaubernde Farbklekse in der Landschaft: Die Dörfer auf Lanzarote, wie hier Haría
Turespaña

Dazu kommt – wie sollte es anders sein – die herrliche Weinregión von La Geria, wo wir die beeindruckende Arbeit der Weinbauern der Insel bewundern, die in der einzigartigen schwarzen Vulkanlandschaft in kleinen runden Vertiefungen „Enarenados“, umgeben von niedrigen Mäuerchen, „Zocos“ aus Vulkanstein die Reben der Malvasia-Traube anbauen und gedeihen lassen. Die Weinregion am Rande des großartigen Timanfaya Nationalparks ist mit mehr als 5.200 ha das größte Weinanbaugebiet der Kanarischen Inseln. 

Wandern in La Geria, der Weinanbauregion von Lanzarote
Julio González - Turismo Islas Canarias

Es ist eine wunderbare Landschaft, die wir hier auf der vierten Etappe des Weges zwischen San Bartolomé und Yaiza durchwandern, die grünen Weinreben auf der schwarzen Erde, umgeben von Vulkanen, und dazwischen die kleinen Fincas, in denen die Bodegas untergebracht sind. Auf dieser Etappe streift man bei Uga auch den Naturpark Parque Natural de los Volcanes, Randgebiet des eigentlichen Nationalparks von Timanfaya. Nicht selten kreuzen hier auch die berühmten Dromedarkaravanen unseren Weg.

Weit schweift der Blick auf die Feuerberge des Timanfaya Nationalparks
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Und dann natürlich darf man die Blicke auf die langen, weiten Sandstrände der Insel nicht vergessen. Auf der zweiten Etappe Richtung Teguise erblicken wir gleich beim ersten Anstieg die wunderbaren Strände von Arrieta. Und etwas später beim Aufstieg auf die Peñas del Chache und die Ermita de las Nieves, die höchsten Punkte des Fernwanderweges auf Lanzarote, schweift der Blick auf die weiten Strände von Famara. Am Schluss warten auf der fünften und letzten Etappe die Strände von Playa Blanca. Und dann natürlich die Insel Fuerteventura, deren neun Etappen jetzt auf die Fernwanderer des GR131 warten. https://www.mapa.gob.es/es/desarrollo-rural/temas/caminos-naturales/caminos-naturales/sector-canario/orzola-playa-blanca/default.aspx )

Weiter Blick auf die Strände von Famara
Julio González - Turismo Islas Canarias

Wandern auf einer Insel aus Sand und Wind - Fuerteventura

Fuerteventura wandernd zu entdecken ist sicherlich anders als sich die meisten für gewöhnlich einen Urlaub auf der Insel vorstellen. Lange Sandstrände, kaum ein Berg, der die Sicht auf die unendlichen sandigen Weiten stört, kaum Grün. Gerade das scheinbare Fehlen landschaftlicher Abwechslungen verleiht einem auf dieser Insel das Gefühl, endlich abschalten und sich fallen lassen zu können. Als „eine Oase in der Wüste der Zivilisation“ bezeichnete der spanische Poet und Schriftsteller Miguel de Unamuno die Insel Fuerteventura. Sie ist ein Urlaubsparadies mit weiten Stränden und Dünen, ein Paradies für Surfer und Wassersportler, und sie verlockt wie kaum eine andere der Kanareninseln dazu, die Seele einfach baumeln zu lassen.

Beim Wandern kann man zwar seine Seele auch baumeln lassen, aber die Sinne sollten weit geöffnet sein, denn man entdeckt auf den neun Etappen des Fernwanderweges GR 131, die hier ebenfalls von Norden nach Süden, von Corralejo bis Jandia zurückzulegen sind, ein Fuerteventura, das viel reicher ist, als man es sich wahrscheinlich ausmalte.

Den Beginn der Route markiert die vorgelagerte Insel Los Lobos, ein Inselchen, das wir in wenigen Stunden durchwandert haben. Hier leben bis heute Mönchsrobben, die der Insel, die nur ganze zwei Kilometer von der Küste Fuerteventuras entfernt liegt und von Corralejo erreicht wird, ihren Namen verliehen: „Lobos marinos“, Meereslöwen. Auf unserem Weg vom Süden der Insel bis in den Norden stoßen wir auf Vulkankegel, einsame Sandstrände, Reste von Trockensteinhütten, die einst die Arbeiter beheimateten, die den Leuchtturm von Martiño erbauten, der ebenfalls unseren Weg kreuzt. Tabaiba und Ginster sind die typischen Pflanzen auf unserem Weg.

Die Insel Los Lobos
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Zurück von Los Lobos in Corralejo geht es auf die nächsten Etappen, zunächst Richtung Oliva. Auf dieser Etappe erinnert vieles an die Vulkanwelt Lanzarotes, aber wer aufmerksam ist, sieht die Unterschiede, bemerkt vielleicht, dass es sich hier um eine viel länger zurückliegende Vulkanaktivität handelt, ist doch Fuerteventura die geologisch älteste Insel der Kanaren. Die jüngste, El Hierro, werden wir ganz zum Schluss entdecken.

Durch den Parque Natural de Corralejo auf Fuerteventura
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Hier auf dieser Etappe kommen wir an Vulkanen vorbei mit Namen wie Calderón Hondo oder Bayuyo. Wir durchwandern die faszinierende Landschaft des Monumento Natural del Malpaís de la Arena und können, wenn wir aufmerksam sind, die vielen „hornitos“, eine Art kleiner Schornsteine erkennen, aus denen einst die Vulkangase entwichen. Eine faszinierende Landschaft aus vielen Farben mit Flechten und Formationen in Gelb, Rötlich, Braun und Grün. Hier heißt es aufmerksam zu sein, dann lässt sich so viel Erstaunliches beim Wandern in dieser, nur scheinbar eintönigen Landschaft entdecken.

Landschaft auf dem Weg nach Betancuria
Julio González - Turismo Canarias

Das gilt auch für die vielen kleinen Ortschaften wie La Oliva, dem Endziel der ersten Etappe, Tefía, Pajará oder Betancuria, der alten ehemaligen Inselhauptstadt. Unaufgeregte kleine Orte mit hübschen Ensembles typischer kanarischer Architektur wie in Betancuria, gemütlichen Plazas mit heimeligen Bars und Restaurants. So nahe kommt man dem Leben der Einheimischen selten als Urlauber auf Fuerteventura wie auf den Etappen des GR 131.

Ein Stopp wert: Betancuria - Eines der attraktiven Dörfer auf dem Fernwanderweg
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Angenehm ist hier, dass die Etappen in den Ortschaften enden und man eigentlich immer eine Unterkunft findet. Das ist nicht auf allen Strecken des rund 500 km langen Fernwanderweges GR 131 möglich. Auf einigen Strecken auf den verschiedenen Inseln muss man sich gut überlegen, ob man am Ende der Etappe sein Zelt aufschlägt (Achtung, immer erkundigen, ob freies Campen erlaubt ist) oder solange läuft bis man zu einem Refugio, einer Hüttenunterkunft kommt, oder aber entsprechend die Etappen verkürzt oder verlängert, um zu einer Ortschaft zu gelangen.

Auf der zweiten Etappe auf Fuerteventura kommen wir am heiligen Berg der Ureinwohner der Insel, am Tindaya vorbei. Mehr als 300 Gravuren der Ureinwohner wurden hier entdeckt. Sie hatten dem 400 m hohen Berg, der damit höchsten Erhebung Fuerteventuras, magische Eigenschaften zugeschrieben. Heute empfinden wir besonders die Stille der Landschaft, die diesen Berg umgibt, als magisch.

Der Tindaya, der "heilige" Berg Fuerteventuras
Alex Bramwell Lex Thoonen - Turismo Canarias

Gleich zu Beginn der dritten Etappe erblicken wir eines der für Fuerteventura so typischen Windräder, die sehr auffällig in der trockenen Landschaft stehen und nicht selten an die Landschaften von Westernfilmen erinnern. Und wir begegnen dem Denkmal der einstigen Könige Guise und Ayose der „Mahos“ genannten Ureinwohner, auf die die damaligen Eroberer der Insel Jean de Bethencourt und Gadifer de La Salle im Jahr 1402 stießen.

Ein Stück Inselgeschichte: Guise und Ayose, die einstigen Könige der "Mahos"
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Wir durchqueren Schluchten wie den Barranco del Río Palmeras, entlang Felsen und palmenbestandenen Tälern und erreichen kleine Kapellen, wie jene der Virgen de la Peña, der Schutzpatronin der Insel. Und erreichen auf den letzten Etappen durch den Naturpark von Jandía berühmte lange Sandstrände und Dünen, die endlos scheinen, wie die spektakuläre Playa de Risco del Paso, die Playas von Sotavento oder Morro Jable. Im kleinen Fischerort El Puertito sollte man noch den herrlichen frischen Fisch genießen, ehe auf der neunten und letzten Etappe auf Fuerteventura der Leuchtturm an der Südspitze der Insel, der Faro de la Punta de Jandía erreicht ist.  

https://descubrefuerteventura.com/senderismo-en-fuerteventura-la-gran-ruta-131-gr-131

Wandern auf dem Miniaturkontinent Gran Canaria

Knapp 80 km liegen auf Gran Canaria vor uns, zu unterteilen in 3 bis 5 Etappen, je nachdem wie viele man am Tag laufen kann oder möchte. Auch hier geht es vom Süden nach Norden mitten durch das grüne Herz der Insel. Beim Start in Maspalomas erinnert die Tour noch an Fuerteventura, schaut man über den langen Sandstrand und das herrliche Meer der Dünen, für die Gran Canaria hier im Süden berühmt ist. Die folgenden Etappen führen durch ein unglaubliches Landschaftskaleidoskop. Nicht von ungefähr wird Gran Canaria oft als kleiner Kontinent in sich bezeichnet. Da geht es vom trockenen, von den bekannten Ferienorten besiedelten Süden durch die Schluchtenlandschaft Fatagas in das gebirgige Herz der Insel mit seinem höchsten Punkt, dem Pico de las Nieves auf 1.949 Meter, bis zu den steilen Klippen im Nordwesten der Insel und den kanarischen Kiefernwäldern im Naturpark von Tamadaba.

Die erste Etappen führen, je nach eigener Einteilung, vom Leuchtturm von Maspalomas größtenteils über Schotterpisten durch eine eher aride, steinige Landschaft. Sobald die ersten Höhenmeter erreicht sind, beschert sie einem herrliche Ausblicke auf die Südküste, die wir hinter uns gelassen haben, und das tiefe Blau des Atlantiks. Von Arteara aus geht es durch die von kanarischen Palmen gesäumte Schlucht von Fataga. Je mehr man ansteigt, umso herrlicher werden die Ausblicke auf die schroffe Felsenwelt rings herum.

Ausgangspunkt für die Wanderung: Die Dünen von Máspalomas
Alex Bramwell Lex Thoonen - Turismo Canarias

Die Bergdörfchen Arteara oder Fataga mit ihren weiß getünchten Häusern und Holzbalkonen locken zum Zwischenstopp. Oder aber man geht weiter nach San Bartolomé de Tirajada, das früher einmal Tunte hieß und Hauptstadt des größten Gemeindebezirks der Insel ist. Hier lohnt es sich unbedingt einmal hochzusteigen auf den Mirador in der Oberstadt, um einen Blick auf die herrliche Berglandschaft, in der rund herum Stauseen eingebettet sind, zu genießen.

Fataga - Idyllisch gelegen in den Bergen Gran Canarias
Turespaña

Auf der nächsten Etappe, die durch, mit Pinienwäldern gespicktes Gebirgsland führt, erreichen wir den höchsten Punkt der Insel und damit Ausblicke auf eines der Wahrzeichen Gran Canarias, den Roque Nublo, ein berühmter Felsmonolith, der steil und nicht selten aus einer Nebelbank in den Himmel ragt, sowie den Roque Bentayga. Der Weg führt über den Pico de las Nieves durch die sattgrünen und erfrischenden Pinienwälder der Insel, die hier, besonders, wenn die Sonne scheint, ihren intensiven Duft versprühen. Tief Luft holen heißt es hier. Es geht heute ja auch ziemlich steil zu. Über das Cruz de Tejeda, eine bekannte Wegekreuzung hier im Herzen der Insel erreichen wir schließlich Tejeda, wo der Parador Nacional de Cruz de Tejeda die wohlverdiente Rast bietet.

Die Bergwelt Gran Canarias nahe San Bartolomé de Tirajana
Alex Bramwell Lex Thoonen - Turismo Canarias

Über Artenara, dem höchstgelegenen Dorf Gran Canarias, führt der Weiterweg an Abgründen und Schluchten vorbei in den Naturpark von Tamadaba, der gekennzeichnet ist durch seine tiefen Barrancos, die sich bis in den Norden der Insel erstrecken. An klaren Tagen geht die Sicht hinüber nach Teneriffa und zum höchsten Berg der Insel und Spaniens, dem Teide.

Am Roque Nublo, im Hintergrund lockt schon der Teide auf der Nachbarinsel Teneriffa
Turismo Canarias

Wer nicht in Artenara nächtigt, sollte zumindest einen kurzen Stopp in der Felsenkapelle der Virgen de la Cuevita einlegen und die Stille der Bergwelt hier genießen. Hierher verlieren sich nicht so viele Menschen und auch auf dem Weiterweg bis ins kleine Bergdorf Hornillo kann man in die Natur versinken, die bizarren Felsformationen und die typische Vegetation dieser Gegend mit niedrigem Buschwerk, durchsetzt von Pinien bewundern.

Durch lichte Kiefernwälder auf dem Weg von Artenara nach Agaete
Patrick A. Müller Suárez - Turismo Canarias

Die Schluss-Etappe führt nahe Agaete hinunter an die Nordküste mit dem wunderbaren Kontrast zwischen der abrupt abfallen Steilküste, dem Acantilado de Andén Verde, und dem blauen Ozean. Am Endziel El Puerto de las Nieves belohnen wir uns wieder mit frischen Meeresfrüchten, dem Wellenrauschen und Blicken auf den Ozean, wo schon das nächste Inselabenteuer auf Teneriffa auf uns wartet.

Zurück am Meer. Puerto de las Nieves, Gran Canaria
Turespaña

Wandern zum höchsten Berg Spaniens

Die mehr als 180 km des GR 131 auf Teneriffa fordern von den Fernwanderern einiges an Energie, Schwindelfreiheit und den Willen für kräftige An- und Abstiege. Er beginnt an der Nordküste ab El Morro, durchquert das Anaga-Gebirge ganz im Norden der Insel  und den Teide Nationalpark und führt dann in den Süden nach Adeje. Wir beziehen uns in unserer Beschreibung heute auf das Herzstück des GR 131 auf Teneriffa und durchwandern auf rund 90 km den Camino Natural de Anaga-Chasna oder Anaga-Chasna Nature Trail. Dieser uralte Weg, der seit Jahrhunderten von den Einwohnern Teneriffas genutzt wurde, präsentiert uns die ungeheuren landschaftlichen Kontraste Teneriffas von dichten Lorbeer- und lichten Kiefernwäldern über die Ödlandschaften der Malpaíses bis zu den bizarren spektakulären Vulkanformationen des Teide Nationalparks, gekrönt vom mächtigen Pico del Teide. Auf einigen Etappen des GR 131 auf Teneriffa könnte es notwendig werden, sein Zelt auf einem der öffentlichen Zeltplätze aufzuschlagen. Wer frei campen möchte, dem gilt auch hier, unbedingt nachfragen.  Campen im  Nationalpark ist nicht erlaubt, wobei dort ein gemütliches Paradorhotel sowie ein Refugio, eine Berghütte (momentan geschlossen) warten.

Für uns beginnt der GR 131 südlich vom Anaga-Gebirge im Nordosten in Esperanza. Wir durchqueren die Insel in südwestlicher Richtung bis Arona und durchschreiten in 6 Etappen diesen Abschnitt, um die spektakulären Landschaften wirklich genießen zu können.

Zunächst führt uns der ansteigende Weg durch die Waldgebiete der Insel mit dichtem Lorbeerwald und Pinienwäldern mit uraltem Baumbestand und zahlreichen Farnen. Ab und an wird der Blick freigegeben und man sieht bei klarem Wetter die Nachbarinseln, wie La Palma. Las Lagunetas, das bergige Gebiet, das wir jetzt durchwandern, gehört zu den geschützten Zonen auf Teneriffa, ein Gebiet mit Schluchten und wunderschönen Wäldern. Nach kurzem Anstieg erreicht man nach etwa 15 km Weg ab La Esperanza die Zona Recreativa Las Calderetas, wo man den ersten Tag ausklingen lassen kann.

Auf dem GR 131 nach dem Start in La Esperanza
Patrick A. Müller Suárez - Turismo Canarias

Der zweite Tag führt weiter durch die Wälder, die den Teide Nationalpark umgeben. Kiefern- und Lorbeerwald wechseln sich ab, danach wird die Landschaft trockener und der mächtige Kegel des Teide dominiert den Blick bis kurz danach das Besucherzentrum von El Portillo, das sich schon auf dem Nationalparkgebiet befindet, in Sicht kommt. Die zahlreichen Aussichtspunkte, Miradores, auf dem Weg bis hierin bieten herrliche Ausblicke auf das Orotava-Tal. Und das Besucherzentrum ist eine gute Möglichkeit, sich über die Landschaften und geologischen Formationen, die in den nächsten Tagen im Nationalpark vor uns liegen, zu informieren. 

Sonnenuntergang mit Blick auf den Teide
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Von El Portillo geht es auf dem alten Camino Real de Chasna mit beständigem Blick auf den Teide entlang einzigartiger vulkanischer Formationen und einer Vulkanerde, die in den verschiedensten Farbnuancen schillert, durch die berühmten Ebenen der Cañadas del Teide. Diejenigen Wanderer, die zwischen Mai und Juni kommen, dürfen die herrlichen Blüten des meterhohen roten Natternkopfs bewundern. Wer von El Portillo losgewandert ist, hat heute keine allzu großen Entfernungen hinter sich und kann in Ruhe seine Runden in diesem einzigartigen Nationalpark drehen, vielleicht den Pico Viejo oder die Montaña Blanca besuchen, vielleicht hinauf auf den Teide wandern (Achtung: vorherige Genehmigung erforderlich) und einen Blick auf die vielfotografierten Roques de García werfen, ehe er/sie sich auf den Weg zum Parador Nacional Cañadas del Teide zur wohlverdienten Rast macht.

Auf den beiden Schlussetappen wartet zunächst der Aufstieg auf die Degollada de Guajara durch die wunderbaren Vulkanlandschaften des Teide Nationalparks. Und nach der Überquerung des Passes geht es entlang hellfarbigem Tuffgestein im Abstieg bis zu den Pinienwäldern nahe Vilaflor. Unsere Augen können sich kaum sattsehen an dem Kontrast zwischen den ariden Vulkan- und Gebirgslandschaften und den sattgrünen Berglandschaften mit riesigen alten Kiefern, deren Stämme Durchmesser bis drei, vier Meter messen. So erreichen wir schließlich Vilaflor, eines der höchstgelegenen Dörfer Spaniens auf 1.400 Metern.

Auf 1.400 m gelegen: Das Dörfchen Vilaflor auf Teneriffa
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Die letzte oder die letzten beiden Etappen führen, nachdem wir das Bergdorf mit seinen gemütlichen engen Gassen und die ländliche Ruhe hier genossen haben, über das pittoreske Ifonche durch die kultivierte Terrassenlandschaft mit steten Ausblicken auf den Ozean an Schluchten und Felsen vorbei hinunter nach Arona, von wo die Südküste Teneriffas und der Hafen von Los Cristianos nicht weit entfernt sind.

(https://www.outdooractive.com/de/route/fernwanderweg/teneriffa/gr-131-fernwandern-auf-teneriffa-nord-sued-/802402090/#caml=668,-2r4z2a,4oqwly,0).

Wandern durch Schluchten und einen Urwald auf La Gomera

Von Los Cristianos starten die Fähren hinüber nach La Gomera, wo der GR 131 in 2-3 Etappen plus einem kurzen Verlängerungszweig GR 131.1 auf etwas über 40 km die Schönheiten dieser ganz besonderen Insel mit ihren charakteristischen Terrassenlandschaften, den tiefen Schluchten, die bis ans Meer reichen, und dem Nationalpark Garajonay präsentiert. Die Insel beherbergt mit einem der letzten subtropischen Urwälder Europas eine der schönsten Landschaften der Kanaren. Wanderungen durch dieses 4.000 ha umfassende, von der UNESCO zum Naturgut der Menschheit ausgezeichnete Waldgebiet aus mit Flechten und Moosen bewachsenen Gagel- und Lorbeerbäumen und oft bis zu zwei Meter hohen Farnen, das nicht selten in Nebel und Dunst eingehüllt ist, scheinen in eine Welt voller Mystik zu führen.

Gut eineinhalb Kilometer führt die Anfangsetappe durch die Inselhauptstadt San Sebastián de La Gomera ehe es mit herrlichen Ausblicken auf die Bucht und die Nachbarinsel Teneriffa mit dem Teide, von denen wir gerade erst Abschied genommen hatten, steil aufwärts geht durch die typische Buschvegetation der Kanaren, in der auch hier die Wolfsmilchgewächse, die Tabaibas besonders auffallen.  Auf dieser Etappe lassen sich die zahlreichen, kunstvoll für den Ackerbau angelegten Terrassen mit ihren niedrigen vertikalen Natursteinmauern bewundern, die einst an diesen steilen Hängen den Anbau von Getreide und Hülsenfrüchten ermöglichten. Heute dienen viele von ihnen als Weideland für Ziegen und Schafe.

Die Schluchten mit ihren Terrassenhängen sind typisch für La Gomera
Julio González - Turismo Canarias

Die Blicke werden angezogen von den Felstürmen der Roques Magro und Sombrero und gehen hinunter in die, manches Mal mit Palmen besetzten Barrancos, bis man schließlich das Ende der ersten Etappe nach gut 12 km, den Mirador de Degollada de Peraza erreicht.

Auf der nächsten Etappe von knapp 17 km geht es über die kleine Kapelle Ermita de las Nieves und zwischen Pinien und dichter Heide bis zu einem Denkmal zu Ehren der Opfer eines tragischen Waldbrands von 1984, wo der Blick magisch vom mächtigen Roque de Agando angezogen wird, ein Vulkanschlot, genau wie die übrigen Felsgestalten auf La Gomera, bei denen aufgrund der Erosion nur die festen Gesteinsmassen erhalten blieben.  Wir blicken weit hinüber über die Schluchten von La Laja und Benchijigua. Vom spektakulären Mirador del Morro de Agando aus kann man das gesamte Naturdenkmal der Los Roques sehen, eine beeindruckende Gruppe vulkanischer Felsnadeln, bestehend aus dem Agando-Felsen und den Felsen La Zarcita und Ojila. Sicher eines der beeindruckendsten Landschaftsbilder entlang des GR hier auf La Gomera. Endpunkt dieser zweiten Etappe ist der kleine Ort Chipude.

Blick auf den Roque de Agando
Lex Thoonen - Turismo Canarias

Ein letzter Blick auf den beeindruckenden, Chipude überragenden Tafelberg Fortaleza de Chipude und dann führt die dritte Etappe über die kleinen hübschen Ortschaften El Cercado und Las Hayas, letztere mit einem herrlichen Palmenhain, mitten hinein in das Herz des Garajonay Nationalparks. El Cercado ist berühmt für das Töpferei-Kunstwerk, wo die Keramik noch wie in vorspanischen Zeiten gearbeitet wird. Es geht durch die schöne Landschaft am Barranco del Agua, eine der imponierenden Schluchten La Gomeras, die zum Valle Gran Rey gehört.

La Fortaleza, der mächtige Tafelberg von Chipude
Alex Bramwell Lex Thoonen - Turismo Canarias

Und dann tauchen wir ein in die Urwaldregion des Nationalparks, wandern vorbei am Rastplatz von Las Creces und im Abstieg entlang den Hängen des Araña-Gebirges hinunter in einen herrlichen Lorbeerwald, in dem die Baumstämme von Moosen und Flechten nahezu vollständig bedeckt sind. Was für eine Stimmung! Es würde uns nicht wundern, wenn Feen und Waldgeister zwischen den Nebelschwaden hervorträten. Später geht es über die Hochebene von Vallehermoso an den typischen kanarischen Sabinas, Wacholderbäumen, vorbei, entlang Madroños, Erdbeerbäumen, bis wir schließlich mit Vallehermoso das Ende der dritten Etappe des GR 131 auf La Gomera erreichen.

Im Garajonay Nationalpark auf La Gomera
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Und wer jetzt möchte, kann noch einmal etwas über drei Kilometer an den Strand von Vallehermoso weiterwandern, ein kurzer Weg ausgezeichnet als GR 131-1, und in der kleinen Bucht mit schwarzem Vulkansand von den nächsten Etappen des Fernwanderwegs auf La Palma träumen.

Camino Natural Cumbres de La Gomera (mapa.gob.es)

Weitwandern auf der Isla Bonita La Palma

“El Bastón”, der Spazierstock, so heißt der Teil des Fernwanderwegs GR 131 auf der als Isla Bonita bezeichneten Kanareninsel La Palma. Der Verlauf der drei Etappen von Puerto de Tazacorte im Westen der Insel über die höchsten Gipfel im Nationalpark Caldera de Taburiente im Inselinneren und die Ruta de los Volcanes bis Las Salinas - Fuencaliente im südlichsten Zipfel sieht auf der Karte dann auch tatsächlich genauso aus wie ein Spazierstock. Alle drei Etappen haben es in sich und erfordern wie schon die Fernwanderung auf Teneriffa einiges an Trittsicherheit, Kondition und Schwindelfreiheit. Aber dafür wird man belohnt mit Ausblicken auf die schönsten Seiten dieser grünen Insel im Atlantik, einer wahren Perle für Wanderer und Naturenthusiasten. Wer die Tour (Etappen 1 und 2) über die höchste Gipfelkette in den Wintermonaten macht, sollte darüber hinaus entsprechend ausgerüstet sein. Man muss mit Schnee und empfindlicher Kälte (Minusgrade) in den Höhen rechnen.

Man kann die Tour natürlich auch in umgekehrter Richtung im Süden der Insel starten. Wir starten sie im Westen in Puerto de Tazacorte, einem hübschen Bade- und Hafenörtchen direkt unterhalb einer steilen Felswand und der mächtigsten Schlucht der Insel, dem Barranco de las Angustias. Es geht auch gleich steil bergauf zur Abbruchkante und dem Mirador del Time, wo einem das fruchtbare Aridane-Tal mit seinen Bananenplantagen und die Westküste La Palmas zu Füßen liegt und natürlich der Blick hinein in die Caldera de Taburiente geht, einem der spektakulärsten Vulkankrater der Welt mit seinen Schluchten, Wasserfällen und dichtem Grün, umgeben von riesigen Felswänden und einem mehr als 2.000 Meter hohen Gebirgskamm. Auf dessen höchsten Gipfel, den Roque de los Muchachos mit 2.426 Metern führt uns die erste, lange Etappe des GR 131 auf La Palma.

Von Tazacorte hinauf auf den Mirador del Time
Alex Bramwell Lex Thoonen - Turismo Canarias

Noch bessere Blicke in die Caldera erwarten uns bei Los Pinos Gachos, vorbei an den steilen Felsklippen von Las Pareditas und Somada. Pinien begleiten uns bis hierher, danach ist es meistens Ginster und niedriges Buschwerk, durch das der Weg hinauf auf die Kammhöhen und zum Roque de los Muchachos führt. Hier steht auch eines der international renommiertesten Observatorien der Welt, ist La Palma als eines der ersten ausgezeichneten  Sternenreservate doch berühmt für die Reinheit seiner Luft und die Klarheit seines Sternehimmels.

Blick in die Caldera de Taburiente im gleichnamigen Nationalpark auf La Palma
ShutterStock - Turespaña

Vom Roque de los Muchachos folgt die zweite Etappe immer entlang dem Kamm auf gut 2000 m Höhe, wobei man auch die verschiedenen Picos wie den Pico de la Cruz, den Pico Piedra Llana oder den Pico de la Nieve überschreiten kann, bis zur Schutzhütte Refugio de la Punta de los Roques. Danach folgt der Abstieg mit Blick auf die in der Ferne liegende Hauptstadt Santa Cruz de la Palma im Osten und das Aridane-Tal im Westen und schließlich liegt das Etappenende, das Refugio del Pilar, vor uns. 

Die Berghütte Refugio del Pilar auf La Palma
Julio González - Turismo Canarias

Von hier startet die dritte Etappe über die berühmte Vulkanroute und damit die Durchschreitung des Cumbre Vieja Naturparks, eine Etappe, die uns in die Welt des Vulkanismus auf La Palma entführt und uns einige der beeindruckenden Vulkankegel der Insel, wie Hoyo Negro, Cabrito, Duraznero oder Montaña de Fuega überschreiten lässt. Und kurz vor Schluss machen wir den Abstecher auf den Vulkan von San Antonio, ehe die Wanderroute des GR 131 auf La Palma am Leuchtturm von Fuencaliente endet. Und zu einem erfrischenden Bad am gleichnamigen Strand einlädt.

https://www.mapa.gob.es/es/desarrollo-rural/temas/caminos-naturales/caminos-naturales/sector-canario/la-palma/default2.aspx

https://www.senderosdelapalma.es/de/wanderwege-der-la-palma/grosse-routen/

Unterwegs auf der Vulkanroute auf La Palma
Julio González - Turismo Canarias

Wandern auf dem Pilgerweg der Schutzpatronin von El Hierro

Im kommenden Jahr 2025 findet auf El Hierro, der letzten Insel, die wir von Norden nach Süden auf dem Fernwanderweg GR 131 überqueren, die berühmte Bajada de la Virgen statt. Bei diesem größten, der Schutzpatronin der Insel geweihten Fest, das nur alle vier Jahre veranstaltet wird, wird die Virgen de los Reyes von ihrer Kapelle auf dem Weidegebiet La Dehesa im Inselinneren über den 27 km langen Camino de la Virgen, den Weg der Jungfrau, im Rahmen einer feierlichen Pilger-Prozession in die Inselhauptstadt Valverde getragen. Auf dem Weg liegen die emblematischen Orte, an denen die Übergabe der Figur der Patronin von einem Dorf zum nächsten, immer begleitet von Tänzern in Trachten unter den Klängen der volkstümlichen Musik und Liedern El Hierros, erfolgt. 

Die zweite der drei Etappen des GR 131 auf El Hierro folgt genau diesem Camino de la Virgen in umgekehrter Richtung von Valverde bis La Dehesa, dem Weg ihrer Rückkehr zur Kapelle. Auf diese Weise macht er bekannt mit einer der wichtigsten Traditionen der Kanareninsel.

Wir machen uns auf den Weg an der Nordküste der geologisch jüngsten Insel des Archipels in Tamaduste, einem hübschen kleinen Fischerort, der aufgrund der wunderbaren Ruhe und der außergewöhnlichen Form seines Strandes aus schwarzem Vulkansand auch „der Fluss Tamadustes“ genannt wird. Ein kreisförmiger Meeresarm reicht in die kleine Bucht, die fast so aussieht als umschließe sie einen See. Genauso ruhig wie der Ort führt der Weg weiter Richtung Inselinneres vorbei an teilweise verlassenen Fincas durch die mit Wolfsmilchgewächsen, Feigenkaktus und Thymian bewachsenen schwarzen Erde und kultivierte Agrarlandschaft mit kleinen Gehöften, bis er die Inselhauptstadt Santa María de Valverde erreicht.

Die Landschaft des Malpaís rund um Tamaduste, dem Startort des GR 131 auf El Hierro
Turespaña

Eine zweite alternative Etappe führt ebenfalls in die Hauptstadt Valverde und kommt vom Westen der Insel und dem kleinen Hafenort Puerto de la Estaca, dem Haupthafen der Insel für Passagier- und Handelsverbindungen per Schiff.

Von Valverde und seiner Kirche Nuestra Señora de la Concepción machen sich die Wanderer dann auf die bereits erwähnte Hauptroute des GR 131 auf El Hierro und folgen dem Camino de la Virgen bis zu ihrer Kapelle in der Region von La Dehesa. Zunächst wandern wir durch eine weite Heidelandschaft, dann durch ein Waldgebiet, den sogenannten Monteverde-Wald. Wir umrunden das Wasser- und Windkraftwerk Gorona del Viento, ein vielversprechendes Projekt, das darauf abzielt die Insel in nicht allzu langer Zeit ausschließlich mit erneuerbaren Energien zu versorgen.

Der Weg verläuft zwischen Trockenmauern und entlang grüner Weiden, auf denen Schafherden und Kühe weiden. Fast erinnert die Landschaft ein wenig an Irland, wenn da nicht immer wieder einmal der ein oder andere kleine Vulkankegel auftauchen würde.  Und bald schon erreichen wir auch hier einen der typischen Lorbeerwälder der Kanaren durch den der Weg weiter hinauf führt bis zum höchsten Punkt der Insel auf 1.501 m und den Pico Malpaso. An klaren Tagen tauchen hier Teneriffa, La Gomera und La Palma am Horizont auf. Dann schließlich erfolgt die verdiente Rast in der herrlichen Landschaft rund um die Kapelle, deren strahlendes Weiß inmitten der grünen Vegetation auf schwarzer Erde schon von weitem ersichtlich ist.

La Dehesa, Ziel der Hauptetappe des GR 131: Die Ermita de la Virgen de los Reyes
Desireé Martín Peraza - Turismo Canarias

Die letzte Etappe führt an einigen Exemplaren der viel fotografierten Sabinas, jenen windgebeugten Wacholderbäumen der Insel vorbei durch eine herrliche Natur mit Wolfsmilchgewächsen und Wacholderbäumen hinunter in die Vulkan- und Lavalandschaften des Südens bis zum Leuchtturm von Orchilla. Es sind so wunderbare Kontraste: Das Grün der Vegetation, die Ockertöne und schwarze Vulkanerde und das blaue Meer. Man kann sich gar nicht sattsehen auf dieser allerletzten Wegstrecke.

Bewundert und viel fotografiert: Die windgebeugten Sabinas auf El Hierro
Raul García, iStock

Ein kurzer Abstecher führt durch eine sanfte Schlucht  aus erstarrter Lava und Lapilli bis zum Nullmeridian von El Hierro. Bis ins Jahr 1884, in dem in Greenwich in London der Nullmeridian festgelegt wurde, galt der Nullmeridian von El Hierro als westlichster Punkt Europas. Und schon heißt es für uns Abschied zu nehmen von dieser faszinierenden Insel, die die Erde in ihrem Urzustand widerspiegeln zu scheint, und einem großartigen Erlebnis, auf der wir die Kanaren auf so andere Weise kennenlernen und erleben durften.

Natural Trail of El Hierro. GR-131 Trail (caminosnaturales.es)

Vulkanformationen an der Küste von El Hierro

Detaillierte Informationen zum Wandern auf den Kanaren: VII. CANARY ISLANDS SECTOR (caminosnaturales.es) ; https://www.hallokanarischeinseln.com/wanderwege/https://www.spain.info/de/spanien-entdecken/kanaren-wanderrouten/

Darüber hinaus gibt es Informationen zum gesamten GR 131 oder Teilstrecken des Weges auf den einzelnen Inseln bei nahezu allen bekannten Online-Trekkingführern und -Apps wie Outdooractive, Alltrailes, Komoot, Wikilok, etc. oder auch in verschiedenen Wanderführern.