Mit Trommeln und Pauken durch die Karwoche von Aragon
Auf der "Route der Trommeln und der Pauken" durch die Provinz Teruel im Süden Aragons kann man während der Semana Santa eine ganz besondere Tradition erleben, die vor allem im akustischen Gedächtnis der Besucher haften bleiben wird. Höhepunkt der Feierlichkeiten stellt die Rompida de la Hora dar, was wörtlich übersetzt „Das Zerbrechen der Stunde“ bedeutet. Im Gedenken an den Tod Jesu Christi erschallt aus absoluter Stille heraus plötzlich der Klang von Hunderten Trommeln und Pauken. Ohrenbetäubender Lärm durchbricht die Stille des Bajo Aragón. Diese Tradition wird in mehreren Dörfern entlang der Route gepflegt. Der Moment, wenn die in violett geschmückten Schlaginstrumente ihren Rhythmus im Gleichklang schlagen, zählt zu den bewegendsten und eindrucksvollsten Momente der Karwoche. Dieses einzigartige und unbeschreibliche Erlebnis der Passion lässt sich in einem der neun Dörfer der Provinz Teruel erleben, die zur Ruta del Tambor y del Bombo gehören!

Ein markerschütternder Klang durchbricht die Stille, die die karge und monumentale Landschaft umhüllt. Tausende von Trommeln und Pauken erwachen unter den Händen von Generationen, die durch ihre gemeinsame Leidenschaft vereint sind. Es ist das Romper la Hora, das je nach Ort entweder am Gründonnerstag oder Karfreitag gefeiert wird. Die Erde erbebt im Gedenken an den Tod des Erlösers. Der trockene Klang hallt in den Herzen derjenigen wider, die spielen – sei es aus Tradition oder Hingabe – und auch derer, die dieses spektakuläre Ereignis beobachten.
Ihr aufrüttelnder Klang macht jede Rompida einzigartig, der stets um Mitternacht am Gründonnerstag in Albalate del Arzobispo, Alcorisa, Andorra, Híjar, Puebla de Híjar, Samper de Calanda und Urrea de Gaén zu hören ist.
In Calanda hingegen findet die Rompida de la Hora am Karfreitag um 12 Uhr mittags statt. Der berühmteste Sohn der Stadt, der surrealistische Filmemacher Luis Buñuel, nahm, wann immer er konnte, an diesem Ereignis teil. Zu Ehren von Buñuel wurde das Centro Buñuel Calanda errichtet, wo mehr über das Leben und Werk dieses Meisters des Surrealismus zu erfahren ist.
In Alcañiz sind keine Pauken und keine Rompida de la Hora zu hören, sondern eine tiefgehende Stille wird von Trommeln begleitet, die Trauer und Respekt ausdrücken. Dies geschieht am Gründonnerstag.


Eine Tradition voller Gefühl
In der Osterwoche erstrahlt ganz Nieder-Aragon in Blau, Violett und Schwarz, den Farben der traditionellen Gewänder und „terceroles“ genannten Kapuzen der Gläubigen. Ihre Leidenschaft durchzieht alle neun Dörfer der Ruta del Tambor y del Bombo, jedes von ihnen trägt seinen eigenen Charme. Für die Einwohner ist die Karwoche ihres eigenen Dorfes die bedeutendste, doch alle feierlichen Veranstaltungen sind als Fiestas de Interés Turístico Nacional oder Feste von nationalem touristischen Interesse anerkannt.
In Híjar steht sogar ein eigenes Museum der Ruta del Tambor y del Bombo für all diejenigen bereit, die mehr über den außergewöhnlichen Karwochenbrauch erfahren möchten.
