Usera – Madrids pulsierendes Chinatown
Im Süden von Madrid liegt ein Viertel, das in aller Munde ist: Usera. Es ist ein Schmelztiegel der Kulturen, doch vor allem prägt die chinesische Gemeinschaft das Stadtbild. Hier befindet sich die größte Konzentration von Chinesen in Spanien, und das zeigt sich überall – in den Geschäften, Restaurants und Festen ebenso wie in der kulturellen Vielfalt. Dank intensiver Stadterneuerung, zahlreicher kultureller Initiativen und der Nähe zu Madrid Río hat sich Usera zu einem der lebendigsten Viertel der spanischen Hauptstadt entwickelt.

Jahrhundertealte Traditionen in einem modernen Viertel
Wie andere Weltmetropolen – etwa New York oder London – hat auch Madrid sein eigenes Chinatown. Doch das Besondere an Usera ist die gelungene Integration der chinesischen Kultur, die zu einer wichtigen Touristenattraktion geworden ist.
Das wohl beeindruckendste Fest ist das chinesische Neujahr, das auf eine über 4000-jährige Tradition zurückblickt. Institutionen wie die Stadtverwaltung von Madrid, die Botschaft der Volksrepublik China und zahlreiche Nachbarschaftsvereine wirken an den farbenfrohen Feierlichkeiten mit, die jedes Jahr mehr Besucher anziehen.
Wer dieses Fest hautnah erleben möchte, sollte sich die Große Multikulturelle Parade nicht entgehen lassen. Rund tausend Künstler ziehen mit ihren imposanten Drachen, riesigen Löwen und kunstvollen Laternen durch das Viertel und begeistern sowohl Einheimische als auch Touristen mit ihren faszinierenden Darbietungen.

Ein Paradies für Liebhaber authentischer chinesischer Küche
Ob kantonesisch, Sichuan-, Yunnan- oder Shanghai-Küche – in Usera lassen sich die vielfältigsten Facetten der chinesischen Gastronomie entdecken. Besonders authentisch sind die Gerichte, weil sie vor allem für die chinesische Gemeinschaft selbst zubereitet werden, die größten Wert auf originalgetreuen Geschmack legt.
Immer mehr Feinschmecker pilgern nach Usera, um sich kulinarisch verwöhnen zu lassen. Zu den Highlights gehören:
Royal Cantones, bekannt für seine exzellente kantonesische Küche – von vielen als eines der besten chinesischen Restaurants in Madrid gefeiert.
Hong Kong 70, ein beliebtes Lokal mit traditionellen Dim Sums, die täglich von renommierten Köchen frisch zubereitet werden.
Lao Tou und Spicy Sichuan, die auf die feurige Sichuan-Küche spezialisiert sind.

Ein Hotspot für künstlerische Trends
Nicht nur die chinesische Gemeinschaft hat Usera für sich entdeckt, auch immer mehr Künstler und Kreative zieht es hierher. Wie das benachbarte Carabanchel entwickelt sich das Viertel zu einem Zentrum für zeitgenössische Kunst, Forschung und kreative Begegnungen.
Besonders herausragend ist die Factory of Dreams von Okuda San Miguel, die sich in einer der lebendigsten Straßen des Viertels befindet. Dieses visionäre Kunstzentrum verbindet Künstler, Industrie und Publikum in einem innovativen Raum für Ausstellungen, Workshops und kulturellen Austausch.

Auch das Espacio Oculto Madrid, ein Coworking- und Kunstzentrum, bietet Raum für Kreativität. Hier arbeiten nicht nur Künstler, sondern auch Industriedesigner und Architekten, die an gemeinsamen Projekten tüfteln. Ein weiteres kreatives Zentrum ist das El Arco Azul-Studio, eine ehemalige Industriehalle, die heute als Atelier für künstlerisches Schaffen dient.
Ein besonderes Event ist die Veranstaltung Artistas de Usera, ein Tag der offenen Tür, bei dem Künstler aus Ateliers und Kreativräumen ihre Werke präsentieren – ein Muss für alle Liebhaber zeitgenössischer Kunst.
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Mehr Raum für Fußgänger – ein neues Stadtbild
Usera wird durch eine umfassende städtebauliche Umgestaltung noch attraktiver. Neue Fußgängerzonen und barrierefreie Wege sollen das Viertel besser mit Madrid Río verbinden. Dabei wird verstärkt auf Elemente der chinesischen Kultur gesetzt, um den authentischen Charakter des Viertels weiter zu betonen.
Mit seiner lebendigen Kunstszene, der einzigartigen Gastronomie und dem tief verwurzelten kulturellen Erbe entwickelt sich Usera immer mehr zu einer der faszinierendsten Chinatowns Europas – ein Ort, an dem sich Tradition und Moderne auf beeindruckende Weise verbinden.